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Dichter
und Wissenschaftler
Organic life beneath the shoreless waves Was
born and nurs'd in ocean's pearly caves; First forms minute, unseen
by spheric glass, Move on the mud, or pierce the watery mass; These,
as successive generations bloom, New powers acquire and larger limbs
assume; Whence countless groups of vegetation spring, And breathing
realms of fin and feet and wing.
Erasmus Darwin.
The Temple of Nature. 1802.
Erasmus Darwin, der Grossvater von Charles Darwin, war einer der
führenden Intellektuellen und Forscher des 18. Jahrhunderts,
ein Mann mit einem bemerkenswerten Interessensspektrum und mit grossem
Tatendrang. Erasmus Darwin war ein geachteter Physiker, ein bekannter
Poet, Philosoph, Botaniker und Naturkundler.
Als einer der ersten Naturwissenschaftler formulierte Erasmus
Darwin eine Evolutionstheorie in seinem Buch Zoonomia, or, The
Laws of Organic Life (1794-1796). Seine Ideen über die
Evolution fasste er auch in Verse, speziell im posthum publizierten
Gedicht The Temple of Nature. Auch wenn er nicht auf die
selben Gedanken kam wie sein Enkel sechzig Jahre später, diskutierte
er Ideen, welche auch Charles Darwin später
aufgriff. So z.B. den Gedanken, dass das Leben sich aus einem gemeinsamen
Vorfahren ableiten müsse, und dass daraus ein Stammbaum ("one
living filament") ergäbe.
Er rang um die Frage, wie eine Art sich in eine andere verwandeln
könne. Auch wenn seine Ideen hin und wieder sehr verwandt waren
mit denen von Lamarck, sprach Erasmus
Darwin auch über die Bedeutung von Konkurrenz und "sexual selection",
die Veränderungen der Arten bewirken könnten: "The final
course of this contest among males seems to be, that the strongest
and most active animal should propogate the species which should
thus be improved".
Erasmus Darwin kam zu seinen Schlüssen durch einen "integrativen"
Ansatz: er griff auf seine Beobachtungen über Haustiere, Verhaltensweisen
von wilden Tieren zurück und verband sie mit seinem immensen
Wissen in den verschiedensten Gebieten der Naturwissenschaft wie
Paläontologie, Biogeografie, Systematik, Embryologie und Vergleichende
Anatomie.
Zusätzlich zum Beitrag, den er für die Evolutionstheorie
geleistet hat, war Erasmus Darwin eine führende Persönlichkeit
der intellektuellen Gemeinschaft, die der Industriellen Revolution
auch zum Durchbruch verholfen hat. Unter seinen Freunden waren James
Watt, Matthew Boulton, Joseph Priestly und Josiah Wedgwood. So ist
es auch verständlich, dass der Enkel Charles
Darwin im Umfeld eines so fortschrittlichen Denkers eine der
bedeutungsvollsten biologischen Arbeiten seiner Zeit geleistet hat.
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