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Die
Entdeckung des Penicillins
Alexander Fleming, mit dessen Name sich die Entdeckung des Penicillins
verbindet, wurde am 6. August 1881 in Lochfield in Schottland geboren.
Er arbeitete vor seinem Medizinstudium am St. Mary's Hospital der
Universität vier Jahre in einer Reederei. Als brillianter Student
erhielt er die höchsten Ehren der Universität und kurz
nach Abschluss seines Studiums qualifizierte er sich zum Chirurgen.
Seine wissenschaftliche Tätigkeit begann 1908 bei Sir Almoth
Wright, mit dem ihn bis zu dessen Tod 1947 eine enge Freundschaft
verbinden sollte.
Die Entdeckung des Penicillins, so sagte Fleming 1945 in seiner
Rede anlässlich der Verleihung des Nobelpreises, war auf eine
rein zufällige Verunreinigung seiner Staphylokokkenkulturen
durch einen Schimmelpilz zurückzuführen, der bewirkte,
dass seine Kulturen lysierten. Dieser Pilz wurde schliesslich als
Penicillium notatum identifiziert, jedoch scheiterte jeder
Versuch, das Penicillin zu konzentrieren, an dessen Instabilität.
Schon 1929 hatte Fleming diese aussergewöhnlich interessante
Beobachtung veröffentlicht, die aber in der medizinischen Welt
sehr wenig Beachtung fand. Allerdings war Fleming nicht der erste,
der beobachtete, dass Pilze der Gattung Penicillium das Wachstum
von Bakterien hemmen. Die gleiche Beobachtung hatte bereits 1870
John Burden Sanderson, ein Jahr später Joseph
Lister, 1874 William Roberts und 1896 ein französischer
Medizinstudent, Ernest Duchesne, gemacht. Bemerkenswert bei Fleming
war jedoch sein Blick für das Unerwartete, der sich von dem
erstaunlichen Phänomen fesseln liess und es weiter untersuchte.
Er zeigte, dass Penicillin gegen mehrere Gram-positive Bakterien
hochwirksam war, jedoch einigen Gram-negativen nichts anzuhaben
vermochte.
Ausserdem zeigte Fleming als erster, dass Penicillin-haltige Nährlösung
auf weisse Blutkörperchen und lebende Keime nicht giftiger
wirkt als gewöhnliche Nährlösung. Allerdings drängt
sich einem der Verdacht auf, dass Fleming von der überragenden
Bedeutung seiner Entdeckung keinerlei Vorstellung hatte. Zwar verwendete
er Penicillin verschiedentlich als lokales Antibiotikum, schrieb
aber 1940, dass es wohl nicht der Mühe wert sei, diese Substanz
herzustellen. Offenbar kam er nicht auf den Gedanken, diese Substanz
in den Blutkreislauf zu geben, um so Infektionen zu heilen. Nur
so erklärt sich die Tatsache, dass das Penicillin über
ein Jahrzehnt ein hinter den Labortüren begrabener Schatz blieb.
Zu Flemings weiteren wichtigen Arbeiten gehören auch seine
Untersuchungen über Lysozyme, die er im Nasenschleim, der menschlichen
Haut, im Blut und Speichel, sogar in den Fingernägeln fand.
Fleming interpretierte diesen Befund als einen in allen Körperteilen
wirksamen Abwehrmechanismus. Allerdings erwiesen sich die Lysozyme,
die übrigens auch heute noch Gegenstand der Forschung sind,
nur als wirkungsvoll gegen apathogene, nicht aber gegen pathogene
Keime. Ebenso wie seine späteren Veröffentlichungen über
das Penicillin, fanden seine 1921 und 1922 veröffentlichten
Arbeiten über Lysozyme in der Fachwelt kaum Beachtung. Alexander
Fleming starb am 11. März 1955 in London.
Original-Publikation von Alexander Fleming
"On the Antibacterial
Action of Cultures of a Penicillium, with Special Reference to Their
Use in the Isolation of B. influenzae"
Laboratories of the Inoculation Department, St. Mary's Hospital, London
(1929)
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