Forschung
auf dem Weg zu den Antibiotika
Die Tür zum Zeitalter der Antibiotika wurde aufgestossen,
als Howard Walter Florey und Ernst Boris Chain, zwei Wissenschaftler
an der Sir William Dunn School of Pathology in Oxford, 1938 den
Entschluss fassten, alle von Mikroorganismen erzeugten antibakteriellen
Stoffe, die man bislang kannte, systematisch zu untersuchen. Getrieben
wurden sie von einem wissenschaftlichen Interesse, nicht von der
Erwartung, dass diese Arbeit klinisch wertvolle Substanzen zutage
fördern würde. Das Glück fügte es, dass das
Penicillin zu den drei Substanzen zählte, die sie als erste
untersuchten.
Howard Walter Florey wurde am 24. September 1898 in Adelaide in
Südaustralien als Sohn eines reichen Fabrikanten geboren. Er
besuchte von 1916 bis 1921 die lokalen Schulen in Australien und
kam dann 1922 als Rhodes-Stipendiat an das Magdalenen-College nach
Oxford. Seine weitere Studienzeit verbrachte er in Cambridge und
am London-Hospital, bevor er als Rockefeller-Stipendiat in die Vereinigten
Staaten ging.
Zurückgekehrt nach England hielt er schon 1927 in Cambridge
Vorlesungen über spezielle Pathologie und erhielt wenig später
1931 eine Professur für Pathologie in Sheffield und ein Jahr
später dann in Oxford. In diesem Jahr 1935 lud er den inzwischen
in Deutschland schon bekannten Wissenschaftler Boris Chain zu sich
nach Oxford ein. Dies sollte der Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit
sein, die für Florey, Chain und Fleming zehn Jahre später
durch die gemeinsame Verleihung des Nobelpreises die äussere
Anerkennung fand.
Schon vorher, im Jahre 1941, wurde Florey Mitglied der Royal Society
und 1944, in dem Jahre, in dem er auch Gastprofessuren in Australien
und Neuseeland innehatte, wurde er in den Adelsstand erhoben.
Den Auftakt seiner Forschungstätigkeit bildeten Untersuchungen
über das Entzündungsgeschehen sowie die Zirkulation von
Kapillarblut und die Funktion der Lvmphozyten. Wichtiger Meilenstein
auf dem Weg zur Antibiotikaforschung für Howard Florey waren
schliesslich seine Untersuchungen über die Lysozyme, die den
entscheidenden Anstoss und den Ausgangspunkt für die gemeinsame
Arbeit mit Boris Chain bildeten, die schliesslich zur Entdeckung
des chemotherapeutischen Wertes des Penicillins führten.
Gekrönt wurde Floreys Laufbahn 1960 durch die Übernahme
der Präsidentschaft der Royal Society. Er starb am 21. Februar
1968 in Oxford.
Quelle: http://www.infektionen.com/s12.html
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