Zoologe,
der bei den Organismen einen allgemeinen Plan suchte
Personencharakterisierung von Goethe
in PRINCIPES DE PHILOSOPHIE ZOOLOGIQUE. DISCUTÉS EN MARS 1830
AU SEIN DE L'ACADAMIE ROYALE DES SCIENCES PAR MR. GEOFFROY DE
SAINT-HILAIRE. 1830-1832).
[Etienne] Geoffroy de Saint-Hilaire, geboren 1772, wird als Professor
der Zoologie im Jahre 1793 angestellt, und zwar als man den Jardin
du Roi zu einer öffentlichen Lehrschule bestimmt. Bald nachher wird
Cuvier gleichfalls zu dieser Anstalt berufen;
beide arbeiten zutraulich zusammen, wie es wohlmeinende Jünglinge
pflegen, unbewußt ihrer innern Differenz.
Geoffroy de Saint-Hilaire gesellt sich im Jahre 1798 zu der ungeheuer
problematischen Expedition nach Ägypten und wird dadurch seinem
Lehrgeschäft gewissermaßen entfremdet; aber die ihm inwohnende Gesinnung,
aus dem Allgemeinen ins Besondere zu gehen, befestigt sich nur immer
mehr, und nach seiner Rückkunft, bei dem Anteil an dem großen ägyptischen
Werke, findet er die erwünschteste Gelegenheit, seine Methode anzuwenden
und zu nutzen.
Das Vertrauen, das seine Einsichten sowie sein Charakter erworben,
beweist sich in der Folge abermals dadurch, daß ihn das Gouvernement
im Jahr 1810 nach Portugal sendet, um dort, wie man sich ausdrückt,
die Studien zu organisieren; er kommt von dieser ephemeren Unternehmung
zurück und bereichert das Pariser Museum durch manches Bedeutende.
Wie er nun in seinem Fache unermüdet zu arbeiten fortfährt, so
wird er auch von der Nation als Biedermann anerkannt und im Jahr
1815 zum Deputierten erwählt. Dies war aber der Schauplatz nicht,
auf welchem er glänzen sollte; niemals bestieg er die Tribüne.
Die Grundsätze, nach welchen er die Natur betrachtet, spricht
er endlich in einem 1818 herausgegebenen Werke deutlich aus und
erklärt seinen Hauptgedanken: die Organisation der Tiere sei einem
allgemeinen, nur hie und da modifizierten Plan, woher die Unterscheidung
derselben abzuleiten sei, unterworfen.
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