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    Ernst-Michael Kranich (1929-2007)    
          
   
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Goetheanist

Nach dem Studium der Biologie, Geologie, Paläontologie und Chemie unterrichtete Kranich ab 1955 als Fachlehrer für Biologie und Chemie an der Freien Waldorfschule in Rendsburg. 1962 wurde er als erster vollamtlicher Dozent an das Waldorflehrerseminar in Stuttgart berufen. Er engagierte sich in der öffentlichen Diskussion um die Bildungsreform und warnte vor den Folgen anthropologisch unzureichend begründeter Experimente.

Kranich arbeitete als Goetheanist vor allem auf den Gebieten Botanik, Zoologie, Anthropologie und Chemie. In den 80er Jahren hatte er zeitweilig einen Lehrauftrag an der Philipps-Universität Marburg. Seit 1990 unterstützte er die erste russische Waldorflehrerausbildung im Lehrerseminar Moskau.

Als Mitglied im Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen und zahlreicher internationaler Gremien leistete er bedeutende Beiträge zur Weiterentwicklung der Waldorfpädagogik.
Schaffen [Bearbeiten]

Kranich betrachtete es als seine Lebensaufgabe, den Goetheanismus auf eine methodisch sichere Grundlage zu bringen und von bloß phänomenologischen Methoden streng abzugrenzen. Als deren Grundzug sah er die Ergänzung eines genauen Beobachtens der Naturerscheinungen durch innere Aktivität, durch „inneres Nachschaffen“ ihrer Gestalten. Dadurch stand Kranich gelegentlich in Distanz zu anderen Goetheanisten. Er konnte sich dabei auf die Vorarbeiten Rudolf Steiners zur erkenntnistheoretischen Grundlegung der Goetheschen Methode stützen, da Goethe selbst wenig erkenntnistheoretische Betrachtungen anstellte, sondern seine Methode mehr im Tätigsein entwickelte.

Ein weiteres für Kranich wichtiges Arbeitsgebiet war die Beziehung der goetheanistischen Methode, wie er sie verstand, zur Pädagogik. In seiner Seminartätigkeit an der Freien Hochschule Stuttgart vermittelte er künftigen Lehrern die Bedeutung dieser „Methode des inneren Nachschaffens“ für einen lebendigen Unterricht. Aus von ihm angeregten Kolloquien mit anderen Hochschullehrern auf dem Gebiet der Pädagogik entstanden weitere Veröffentlichungen.

Mehrere Jahre Fachlehrer für den naturwissenschaftlichen Unterricht an einer Waldorfschule. Ab 1962 Leiter des Seminars für Waldorfpädagogik in Stuttgart, mit Lehrauftrag auf den Gebieten Anthropologie und Biologie.

Veröffentlichungen

  • Pädagogische Projekte und ihre Folgen
  • Die Formensprache der Pflanzen, Bäume und Planeten (zusammen mit F. H. Julius),
  • Von der Gewißheit zur Wissenschaft der Evolution
  • Abhandlungen zu anthropologischen Themen in Sammelwerken; zahlreiche Aufsätze zur Anthropologie und goetheanistischen Naturbetrachtung.

 



   
     
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