Goetheanist
Nach dem Studium der Biologie, Geologie, Paläontologie und
Chemie unterrichtete Kranich ab 1955 als Fachlehrer für Biologie
und Chemie an der Freien Waldorfschule in Rendsburg. 1962 wurde
er als erster vollamtlicher Dozent an das Waldorflehrerseminar in
Stuttgart berufen. Er engagierte sich in der öffentlichen Diskussion
um die Bildungsreform und warnte vor den Folgen anthropologisch
unzureichend begründeter Experimente.
Kranich arbeitete als Goetheanist vor allem auf den Gebieten Botanik,
Zoologie, Anthropologie und Chemie. In den 80er Jahren hatte er
zeitweilig einen Lehrauftrag an der Philipps-Universität Marburg.
Seit 1990 unterstützte er die erste russische Waldorflehrerausbildung
im Lehrerseminar Moskau.
Als Mitglied im Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen und
zahlreicher internationaler Gremien leistete er bedeutende Beiträge
zur Weiterentwicklung der Waldorfpädagogik.
Schaffen [Bearbeiten]
Kranich betrachtete es als seine Lebensaufgabe, den Goetheanismus
auf eine methodisch sichere Grundlage zu bringen und von bloß
phänomenologischen Methoden streng abzugrenzen. Als deren Grundzug
sah er die Ergänzung eines genauen Beobachtens der Naturerscheinungen
durch innere Aktivität, durch „inneres Nachschaffen“
ihrer Gestalten. Dadurch stand Kranich gelegentlich in Distanz zu
anderen Goetheanisten. Er konnte sich dabei auf die Vorarbeiten
Rudolf Steiners zur erkenntnistheoretischen Grundlegung der Goetheschen
Methode stützen, da Goethe selbst wenig erkenntnistheoretische
Betrachtungen anstellte, sondern seine Methode mehr im Tätigsein
entwickelte.
Ein weiteres für Kranich wichtiges Arbeitsgebiet war die Beziehung
der goetheanistischen Methode, wie er sie verstand, zur Pädagogik.
In seiner Seminartätigkeit an der Freien Hochschule Stuttgart
vermittelte er künftigen Lehrern die Bedeutung dieser „Methode
des inneren Nachschaffens“ für einen lebendigen Unterricht.
Aus von ihm angeregten Kolloquien mit anderen Hochschullehrern auf
dem Gebiet der Pädagogik entstanden weitere Veröffentlichungen.
Mehrere Jahre Fachlehrer für den naturwissenschaftlichen Unterricht
an einer Waldorfschule. Ab 1962 Leiter des Seminars für Waldorfpädagogik
in Stuttgart, mit Lehrauftrag auf den Gebieten Anthropologie und
Biologie.
Veröffentlichungen
- Pädagogische Projekte und ihre Folgen
- Die Formensprache der Pflanzen, Bäume und Planeten (zusammen
mit F. H. Julius),
- Von der Gewißheit zur Wissenschaft der Evolution
- Abhandlungen zu anthropologischen Themen in Sammelwerken; zahlreiche
Aufsätze zur Anthropologie und goetheanistischen Naturbetrachtung.
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