"Nicht ein Mensch unter tausend ist zu solchen Studien fähig;
denn man benötigt viel Zeit und Geld dazu, und man muss ständig
über diese Dinge nachdenken, wenn man irgendwelche Ergebnisse erzielen
will. Vor allen Dingen aber sind die meisten Menschen nicht wißbegierig
genug..."
Antoni van Leeuwenhoek wurde am 24. Oktober 1632 als fünftes
Kind des Korbmachers Philips van Leeuwenhoek und seiner Frau Margaretha
in Delft geboren.
Als Antoni fünf Jahre alt war, starb der Vater; wenige Jahre später
heiratete seine Mutter ein zweites Mal.
Antoni wurde auf eine Schule in Warmont bei Leiden geschickt;
danach lebte er bei einem Onkel, der in Benthuizen als Rechtsanwalt
arbeitete.
Antoni wurde jedoch nicht für den Beruf eines Juristen erzogen,
was daran erkennbar ist, dass er kein Latein lernte. Zeitlebens
sprach, schrieb und verstand Leeuwenhoek ausschliesslich niederländisch.
1648 starb sein Stiefvater. Antoni ging nach Amsterdam, um den
Beruf eines Tuchhändlers zu erlernen.
1654 kehrte er nach Delft zurück, wo er ein eigenes Tuchhandelsgeschäft eröffnete.
Im gleichen Jahr heiratete er und hatte fünf Kinder, die alle bis
auf eine Tochter in frühester Kindheit starben.
Zusätzlich zu seinem Tuchhandel übernahm Leeuwenhoek den Posten
eines Kammerherren im Rathaus von Delft, was wohl annähernd einer
heutigen Hausmeisterstellung entspricht; denn er hatte den Versammlungssaal
des Stadtrates instand zu halten, zu säubern und zu heizen. Jedoch
bedeutete dieser Posten auch eine Vertrauensstellung der Stadtregierung.
Das geht daraus hervor, dass Leeuwenhoek im September 1676 damit
beauftragt wurde, als Treuhänder die finanziellen Verhältnisse des
Malers Jan Vermeer zu ordnen, der - im gleichen Jahr wie Leeuwenhoek
in Delft geboren - mit 43 Jahren stark verschuldet gestorben war
und eine Witwe mit acht unmündigen Kindern hinterlassen hatte.
1669 wurde Leeuwenhoek ausserdem als Landvermesser zugelassen,
nachdem er die dafür notwendigen Kenntnisse in einer Prüfung bewiesen
hatte. Es ist jedoch nicht bekannt, ob Leeuwenhoek je in diesem
Beruf tätig geworden ist.
Auch wurde er zum Eichmeister bestellt: Er hatte alle Weine und
Spirituosen, die in die Stadt geliefert wurden, zu prüfen.
Nach dem Tod seiner zweiten Frau im Jahre 1694 führte ihm die unverheiratet
geblichene Tochter Maria bis zu seinem Lebensende den Haushalt.
Es ist nicht bekannt, wann Leeuwenhoek mit seinen mikroskopischen
Beobachtugen begann, die ihm schliesslich solchen Weltruhm verschafften.
Viele berühmte Gelehrte, unter ihnen Leibniz, aber auch gekrönte
Häupter wie Zar Peter der Grosse nahmen die Mühe auf sich, diesen
ausserordentlichen Mann zu besuchen, um durch seine Lupen einen
Blick in die Wunderwelt des bis dahin Unsichtbaren zu werfen.
Constantun Huygens an seinen Bruder Christiaan, den bekannten Astronomen
und Mathematiker: "Jeder beeilt sich hier, Leeuwenhoek, den grossen
Mann des Jahrhunderts, zu besuchen."
Leeuwenhoeks erster Bericht über seine mikroskopischen Beobachtungen,
der von dem Delfter Arzt R. de Graaf an der Royal Society in London
vermittelt wurde, datiert von 1673. Von dieser Zeit an riss die
Korrespondenz mit der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Gesellschaft
seiner Zeit, deren Mitglied er 1680 wurde, bis zu seinem Tode nicht
mehr ab. Schon auf dem Sterbebett bat er seinen Freund Dr. Jan
Hoogvliet, seine letzten zwei Briefe ins Lateinische zu übersetzen
und an die Royal Society zu senden. Nach langer Krankheit, deren
Symptome er selbst als schwere Verdauungsstörungen, quälende Krämpfe
des Zwerchfells beschrieb, starb Antoni van Leeuwenhoek am 26. August
1723.
Seine Tochter Maria stiftete zu Ehren ihres Vaters einen obeliskenartigen
Gedenkstein mit einer ehrenden Inschrift und dem Reliefporträt Leeuwenhoeks,
der in der Kirche hinter den Gräbern aufgestellt worden ist.
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