Nobelpreis
der Medizin im Jahre 1933
Der »Vater« der Genforschung lieferte den Beweis, daß die Erbmerkmale
in den Chromosomen sitzen. Es gelang ihm, die Träger der geschlechtsgebundenen
Erbanlagen, die Gene, an bestimmten Stellen der Chromosomen zu
lokalisieren. 1911 veröffentlichte er die erste Chromosomenkarte.
Thomas Hunt Morgan Thomas Hunt Morgan wurde am 25. August 1866
in Lexington (Kentucky) geboren. Er schloss sein Studium ab über
die evolutiven Beziehungen von Pycogniden (1890).
1891 ersetzte Morgan Wilson in Bryn Mawr (Wilson arbeitete nun
in Columbia) und blieb dort bis 1904. Dort traf er Jacques Loeb.
Von der Morphologie wechselte Morgan - wie viele seiner Zeitgenossen
- langsam zu embryologischen Fragestellungen. Er studierte die
Regeneration von Regenwürmern und die Entwicklung von Seeigeln.
Stark beeinflusst wurde Morgan von seinem Freund Hans
Driesch, den er in Neapel an der Zoologischen Station kennengelernt
hatte. Morgan wurde ein Bewunderer der Entwicklungsmechanik
von Driesch. Zwar lehnte er dessen Gedanken über Vitalismus ab,
aber er übernahm seine Betonung der Wichtigkeit von experimentellen
Methoden. Morgan interessierte sich für Fragen im Umkreis der
Evolution, für ihn waren aber die Erklärungen von Darwin
etwas zu spekulativ und nicht genügend auf Phänomenen beruhend.
1904 wurde er als Professor für experimentelle Zoologie an die
Universität von California berufen, wo er dann bis 1928 blieb.
Etwa um 1908 begann Morgan mit Drosophila, einer kleinen Taufliege,
zu arbeiten. Er versuchte bei Drosophila Makromutationen zu finden,
wie sie Hugo de Vries, den er stark bewunderte, auch gefunden
hat. Sein Ansatz war eine experimentelle Evolutionforschung. Damit
unterschied er sich von den Darwinisten, den Neo-Lamarckisten
und von de Vries durch experimentelles Züchten und Mendelsche
Untersuchung. Den Resultaten von Gregor Mendel
und der Chromosomentheorie der Vererbung gegenüber war er zu Beginn
skeptisch bis ablehnend.
As a professor at Columbia he became interested in experimental
evolution. He worked closely with members of the Entwicklungsmechanik
school, including Jacques Loeb, and pursued research in experimental
embryology. It was probably Frank Lutz, a geneticist at the Carnegie
Institution of Washington's Station for Experimental Evolution
at Cold Spring Harbor, who introduced Morgan to the fruitfly Drosophila.
This occurred in about 1907. He began using what was still basically
a wild-type fly in experimental evolutionary studies, a precursor
of later population genetics. Morgan selected for specific phontypic
mutants in an effort to determine their selective value. The goal
was to determine how heredity influenced evolution--another way
to put it is to say he was trying to see whether either DeVriesian
mutation or Mendelian heredity could be shown to drive Darwinian
evolution. Studies of evolution, Morgan believed, should be done
with non-domesticated organisms. Morgan began tinkering with the
flies' environment to see if he could induce new mutations.
1908 begann Morgan mit Drosophilazu arbeiten. Anfänglich war
er den Resultaten von Gregor Mendel gegenüber sehr skeptisch.
Seine Experimente aber zeigten, dass die Gene auf den Chromosomen
wirklich diskrete Einheiten der Vererbung sind. 1910 entdeckte
er die geschlechtsgekoppelte Vererbung bei Drosophila und vermutete
eine Beziehung zwischen Augenfarbe bei Drosophila und menschlicher
Farbenblindheit.
The white eye mutant, discovered in about 1908, marked the beginning
of the most productive phase in Morgan's career. In 1910 Morgan
began to find new mutations in Drosophila. Something in his protocol
had worked, and his Drosophila colonies began to throw off mutations
at an amazing rate. Robert Kohler calls this the "breeder reactor."
With his small group, including Alfred Sturtevant, Calvin Bridges,
and Hermann Muller, Morgan began to focus on Drosophila genetics
and gene mapping. The "Fly Room" at Columbia became a bustling
lab finely tuned for their mapping effort. Muller soon left the
lab, but Bridges and Sturtevant stayed with Morgan for the rest
of their careers (Bridges died in 1938; Sturtevant outlived Morgan).
Mit seinen Mitarbeitern beschrieb er das Phänomen des Chrossing
overs (Chromosomenstrang-Überkreuzung) und konnte damit die relativen
Positionen der verschiedenen Gene auf Drosophila-Chromosomen feststellen.
Zusammen mit seinen Studenten publizierte Morgan die erste Chromosomenkarte.
1915 publizierten Morgan, Bridges and Sturtevant The Mechanism
of Mendelian Heredity, in dem sie Drosophila als Modell für Mendelsche
Gen-mapping Experimente definieren konnten.
Ab 1928 wurde er Direktor des Labors für Biologische Wissenschften
am California Institute of Technology. Seine Arbeitsgruppe folgte
ihm dorthin. Mit ihnen arbeitete er weiter an der Chromosomenforschung.
Für seine Entdeckungen erhielt Morgan 1933 den Nobel Preis für
Physiologie und Medizin.
Bis zu seinem Tode (5. Dezember 1945) blieb Morgan am Caltech
(California Institute of Technology) und führte seine Drosophila-Forschung
weiter. Auch erweiterte er seine Experimente auf Säuger, Vögel
und Amphibien.
Werkverzeichnis
- The Physical Basis of Heredity (1919)
- Mechanism of Mendelian Heredity (rev. ed. 1923)
- Evolution and Genetics (1925)
- The Theory of the Gene (rev. ed. 1928)
- Embryology and Genetics (1934)