But can the various structures which Comparative Anatomy
now unfolds, be referred to one, or do they manifest different types?
This is a question which is now in progress of Solution.
Richard Owen wurde in Lancacter (England) am 20. Juli 1804 geboren.
Die Vorfahren seiner Familie waren englische und französische
Hugenotten. Seine dunklen Haare und andere Merkmale scheinen auf
Mutters französischem Erbe zu beruhen. Die Familie war nicht
wohlhabend, Owens Vater starb, als Richard erst fünf Jahre
alt war.
Owen hatte Glück, in die Lancaster Grammar School gehen
zu dürfen, er wurde aber von seinen Lehrern als "faul und
schamlos" bezeichnet. Er trat bald als Matrose in die Armee ein,
begann sich aber für Chirurgie zu interessieren und kehrte
nach Lancaster zurück, um eine medizinische Ausbildung zu
beginnen. Seine Studien in Medizin begann er 1820.
Bald darauf schrieb sich Owen als Matrose in der Königlichen
Flotte ein, doch er fand Interesse für medizinische Behandlung
und Chirurgie. In Lancaster setzte er 1820 seine medizinische
Ausbildung zum Chirurgen fort.
1824 begann Owen mit dem Studium an der medizinischen Abteilung
der Universität Edingurgh. Die Qualität des Unterrichts
aber behagte ihm nicht, vor allem bemängelte er das Niveau
in vergleichender Anatomie. Wie Darwin nach ihm wechselte Owen
in die Barclay School, eine Privatschule, in der Anatomie gelehrt
wurde. Hier wurde Owen stark beeinflusst von John Barclay, der
ein überzeugter Anti-Materialist war.
In dieser Zeit stritten sich die Naturwissenschaftler heftig
darüber, ob Geist und Leben auf Materie oder physische Erklärungen
reduzierbar seien, oder ob der Geist ein ganz anderer, nicht-physischer
Bereich sei, der nicht auf Materielles zurückgeführt
werden kann.
Barclay war Anhänger einer dualistischen, anti-materialistischen
Sichtweise. Er argumentierte, dass der Kern des Lebens ein "Vital
Principle" sei und das Wesen des Geistes die "Seele", also beides
nichtmaterielle Entitäten.
Owen liess sich von dieser Sichtweise stark beeinflussen. Er schloss
aber nicht ab in Edinburgh, sondern wechselte mit Empfehlung von
Barclay nach London, wo er beim Chirurgen und Philosophen John
Abernathy seine Studien fortsetzte. Abernathy war Vorsitzender
des Royal College of Surgeons. 1826 half er Owen zu einer Mitgliedschaft
und zu einer Lizenzierung des Royal College.
Owen bekam eine Assistenzstelle für das Ordnen und Katalogisieren
der Hunterian Collection, eine Sammlung von 13'000 menschlichen
und anatomischen Museumsstücken, welche das Königshaus
nach dem Tode des Besitzers John Hunter gekauft hat. Die Sammlung
wurde dem Royal College übergeben, mit der Auflage, dass
sie der Öffentlichkeit und der Medizin zugänglich gemacht
werde durch ein Museum und Vorlesungsreihen. Owen wurde als Assistenz-Kurator
dieser Sammlung berufen. Unglücklicherweise hatte ein Vorgänger
die meisten von Hunters Schriften und Dokumentationen verbrannt
(er wollte dessen Entdeckungen unter seinem eigenen Namen veröffentlichen).
Das bedeutete für Owen, dass er die gesamte Sammlung erneut
sichten und katalogisieren musste. 1830 hatte er alle Stücke
identifiziert, bezeichnet und reorganisiert und veröffentlichte
einen Sammlungs-Katalog. Diese Arbeit steigerte sein Interesse
für vergleichende Anatomie.
Owen publizierte eine anatomische Arbeit über Nautilus.
Während dieser Arbeit traf er den weltberühmten Cuvier
1830 und wohnte dem Akademiestreit zwischen Cuvier und Geoffroy
Saint-Hilaire in Paris bei.
Zurück wurde Owen als Hunterian Lecturer zu vergleichend
anatomischen Themen berufen. 1837 hielt er seine erste Vorlesung.
Diese Veranstaltungen wurden vom Königshaus und vielen wichtigen
Menschen besucht des Viktorianischen England. Auch Charles Darwin,
zurück von seiner Weltreise auf der Beagle nahm an diesen
Vorlesungen teil. Zugleich arbeitete Owen an fossilen Vertebraten,
welche Darwin von Südamerika zurückgebracht hatte.
Nach diesen Vorlesungen nahm Owens Bekanntheit als Wissenschaftler
schnell zu. Er wurde in verschiedene offizielle Komitees berufen
und beteiligte sich an der Londoner Ausstellung von 1851, er wirkte
als Berater und Experte für die Regierung in allen wissenschaftlichen
Belangen. Owen lehrte den Kindern von Königin Victoria Naturgeschichte
(wobei man sich wunderte, dass bei Owen Kaulquappen zu Fröschen
wurden...).
Es war nicht ganz leicht, mit Owen umzugehen. Er war eingebildet,
arrogant, neidisch und rachsüchtig. Die meisten seiner Kollegen
lehnten ihn ab. Charles Darwin bemerkte in seiner Autobiographie,
dass Owen nach der Publikation seines "Origin" zu seinem Feind
wurde "not owing to any quarrel between us, but as far as I could
judge out of jealousy at its success."
Im Jahre 1856 wurde Owen zum Superintendanten der naturhistorischen
Sammlungen des Britischen Museums berufen. Er versuchte unmittelbar
darauf, aus der naturhistorischen Abteilung ein eigenes Museum
zu machen. Seine Bemühungen brachten Früchte und 1873
begann man mit dem Bau eines neuen Museums in South Kensington.
1881 öffnete dieses neue Museum seine Tore, es wurde aber
erst 1963 ganz selbständig vom Britischen Museum und umbenannt
in Natural History Museum.
Owens wissenschaftliches Gedankengut
Owen vereinigte das Wissen französicher Biologen, vor allem
von
Cuvier und
Geoffroy
mit Ideen von deutschen Anatomen. Einige Begriffe, die er geprägt
hat, sind immer noch in Gebrauch, so der Begriff "Homologie", der
- wenn auch immer wieder heiss diskutiert - häufig in der Evolutionsbiologie
zu hören ist.

Owens Definition von 1843 für Homologie lautet:
"the same
organ in different animals under every variety of form and function."
Also: Ein Fledermausflügel ist homolog mit dem Arm eines Menschen.
Owen dachte sich, dass es einen gemeinsamen Grundbauplan für
alle Vertebraten beispielsweise geben müsse. Diesen Plan nannte
er Archetyp.
Aber wohlgemerkt: Owen war nicht der Ansicht, dass dieser Archetyp
etwas wie ein Vorfahre der Vertebraten sei. Er repräsentiere
eher eine göttliche Idee, welche auch alle Varianten dieses
Archetyps vorausplante. Die Darwin-Theorie gefiel Owen nicht,
auch wenn seine Äusserungen diesbezüglich widersprüchlich
sind. In seinen späten Jahren verwarf er entweder die Gültigkeit
der Selektionstheorie, oder aber er behauptete, dieselben Ideen
schon zehn Jahre vor Darwin gehabt zu haben.
Owen war auch ein brillianter Systematiker, der zahlreiche lebende
oder fossile Arten beschrieben hat. Eines seiner Ämter war
das des Präparators im Londoner Zoo. Damit lernte er die
Anatomie vieler fremder Tiere kennen. Diese Tätigkeit brachte
aber auch Schwierigkeiten, denn Owen musste die Tiere bei sich
zu Hause sezieren. Seine Frau Caroline schrieb in ihr Tagebuch,
dass die Teile eines Elefanten so gestunken hätten, dass
sie Richard beten musste, überall im Hause Zigarren zu rauchen,
um den Aasgeruch zu übertönen.
Als er im Jahre 1839 bei der Betrachtung eines Knochenfragmentes
aus Neuseeland voraussagen konnte, dass es sich hierbei um einen
sehr grossen flugunfähigen Vogel handeln müsse, wurde
er als "englischer Cuvier" bezeichnet. Einige Jahre später
wurde seine Aussage durch weitere Knochenfunde bestätigt.
Es handelte sich um den ausgestorbenen Vogel Moa, den Cuvier Diornis
taufte.
1863 berichtete Owen über das erste Exemplar eines spektakulären
jurassischen Fossils aus Deutschland, die berühmte Archaeopteryx
lithographica. Aber vielleicht war Owens grösste Leistung
die, als er zeigen konnte, dass die Knochen von Iguanodon, Megalosaurus
und Hyalaeosaurus, die Gideon Mantell in Süd-England gefunden
hatte, keine Echsen waren, sondern eine gesonderte Gruppe innerhalb
der Reptilien. 1842 gab Owen dieser Gruppe den Namen Dinosaurier.
Owen konnte auch den erst 1847 entdeckten Gorilla anatomisch
beschreiben. Seine anti-darwinistische und anti-materialistische
Haltung aber trieben ihn dazu, Unterschiede feststellen zu wollen
in den Gehirnen der Affen und des Menschen. Insbesondere meinte
er, dass den Affen der Hippocampus minor fehle. Damit wollte er
auch unterstreichen, dass Menschen nicht von Affen abstammen können.
Auch als Huxley am Gehirn die gegenteilige Feststellung machte,
beharrte Owen auf seiner Sicht.
Nach Owens Tod nahm Huxley eine Überarbeitung von Owens
Ergebnissen vor und schloss, dass "hardly any of these speculations
and determinations have stood the test of investigation, or, indeed,
that any of them were ever widely accepted. I am not sure that
anyone but the historian of anatomical science is ever likely
to recur to them..."
Huxley hatte damit unrecht, dass sich nur noch die Wissenschaftsgeschichte
für Owen interessieren würde. Eine Vielzahl von wichtigen
Entdeckungen und Begriffsbildungen haben heute Bedeutung. Das
Homologie-Konzept, angewendet auf die Evolutionssicht, bleibt
ein wichtiges Mittel für die Biologen, um über die Verwandtschaft
von Organismen zu sprechen. Als Referent und Experte unterstützte
er den Fortgang der Biologie und die popularisierung von biologischen
Ideen.