Most biologists take it for granted that living organisms are
nothing but complex machines, governed only by the known laws
of physics and chemistry. I myself used to share this point of
view. But over a period of several years I came to see that such
an assumption is difficult to justify. For when so little is actually
understood, there is an open possibility that at least some of
the phenomena of life depend on laws or factors as yet unrecognized
by the physical sciences.
Rupert Sheldrake studierte an der Harvard-Universität Philosophie,
danach in Cambridge Naturwissenschaften. Er promovierte 1967 in
Biochemie. Von 1974 bis 1981 war er als Pflanzenphysiologe in
einem Institut im indischen Hyderabad tätig. Dort lernte
er den Benediktinermönch Bede Griffith kennen, der eine Synthese
von christlicher und hinduistischer Tradition anstrebte. In dessen
Ashram verfaßte er 1981 sein Buch "A New Science of Life"
("Das schöpferische Universum", Goldmann TB, 1985), das in
einer Rezension als "Spitzenkandidat für eine Bücherverbrennung"
bezeichnet wurde, während Sheldrake von anderen schon als
neuer Darwin gefeiert wurde.
Sheldrake ist die Gallionsfigur der "Neuen Biologie". Seine
umstrittenen Ideen, die erbitterte Gegner und enthusiastische
Befürworter auf den Plan gerufen haben, versuchen in die
Biologie wieder das Geheimnis des Lebens zurückzubringen,
was aus ihr zu verschinden drohte. Vereinfacht besagt seine These:
Die Natur besitzt ein Gedächtnis. Was wir als Naturgesetze
zu erkennen glauben, sind viel eher Gewohnheiten. Nach Sheldrakes
Ansicht werden alle Formen in der Natur, seien es Menschen, Tiere,
Pflanzen, selbst anorganische Materie, von sogenannten morphogenetischen
(formbildenden) Feldern kontrolliert. Diese Felder bewirken nicht
nur die einheitliche Erscheinungsform einer Spezies, sondern sind
zugleich eine Art Gedächtnisträger. In ihnen wird all
das gespeichert, was eine Spezies im Laufe ihrer Existenz gelernt
hat. Die so gespeicherte Information bewirkt, daß spätere
Mitglieder derselben Spezies von dem Kollektivgedächtnis
profitieren. Das heißt, je mehr Menschen etwa lernen ein
Fahrrad zu fahren, desto leichter wird es zukünftigen Generationen
fallen, Fahradfahren zu erlernen. Die Informationen in den morphogenetischen
Feldern übertragen sich auf die einzelnen Lebewesen und Objekte
durch "Morphische Resonanz". Ihre Wirkung erstreckt sich über
Zeit und Raum hinweg. So kann es auch möglich sein, daß
wir jahrtausendealte Informationen abrufen können, die unsere
Vorfahren betreffen. Sheldrake geht davon aus, daß in großen
morphogentischen Feldern kleinere eingeschlossen sind. Es könnte
also durchaus sein, daß bei geeigneter Resonanz von einem
Ort oder einem Gegenstand gedächtnisähnliche Bilder
"abgerufen" werden können, die mit seiner Geschichte zu tun
haben.
Diese ketzerische Idee hat einen Sturmlauf der Entrüstung
unter den orthodoxen Wissenschaftlern hervorgerufen. Doch es mehren
sich auch die Stimmen jener, die in Sheldrakes Thesen ein aufregendes
neues biologisches Prinzip erkennen.
In der Folge entwickelte Sheldrake ausgeklügelte Experimente,
um seine Hypothesen zu prüfen. Zuletzt hatte sich der streitbare
Forscher zunehmend dem Phänomen von Psi-Fähigkeiten
bei Tieren zugewandt.
In seinem jüngsten Werk, "Sieben Experimente, die die Welt
verändern könnten" ( Scherz, München, 1994) schlägt
er konkrete Versuche vor, die jeder Laie durchführen kann,
um die Realität des Paranormalen nachzuweisen. Dazu gehören
auch Verhaltensbeobachtungen und Experimente, mit denen Psi-Fähigkeiten
von Haustieren überprüft werden sollen (Telepathie bei
Tieren).
Sheldrake arbeitet heute als Mitglied der Royal Society an der
Universität Cambride.
Bibliographie
- Das schöpferische Universum, 1981 (Goldmann TB, 1985)
- Das Gedächtnis der Natur, 1990
- Die Wiedergeburt der Natur, 1992
- Denken am Rande des Undenkbaren, 1993
- Sieben Experimente, die die Welt verändern könnten,
1994 (Scherz, München, 1994)