
Abraham Trembley wurde in Genf geboren. Ab 1733 war er Hauslehrer
in Den Haag und Leiden (Holland). Später unterrichtete er in
London, wo er 1743 Mitglied der Royal Society wurde.
Trembley war der Überzeugung, dass man zunächst die
Biologie verbessern, weiter entwickeln müsse, ehe man die
allgemeineren oder gar metaphysischen Fragen angehen könne.
Er unternahm vor allem mikroskopische Untersuchungen, wobei er
1741 den Süsswasserpolypen Hydra als Tier erkannte (anders
als Leeuwenhoek, der Hydra als Pflanze
ansprach), da ihre Tentakeln Beute fangen, festhalten und sie
sich dann in den primitiven Verdauungssack stecken.
Diese Tiere - wenn auch sehr klein - sind ausserordentlich interessante
Wesen. Bei seinen Experimenten fand Trembley, dass zerschnittene
Polypen am Leben blieben und sich die abgetrennten Körperteile
wieder vollständig regenerieren konnten. Aus einem Tier lassen
sich so ohne weiteres zwei oder auch mehrere vollwertige Tiere
erzeugen. Trembley stülpte Tiere um, so dass das Innere des
Verdauungssacks nach aussen gekehrt war. Er sah, dass sich diese
Tiere einfach neu organisierten und dann normal weiterlebten.
Regeneration wurde in der damaligen Zeit nicht für möglich
gehalten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass seine Untersuchungen
die wissenschaftliche und philosophische Welt stark erregte. Als
Trembley seine Resultate publizierte, hatten schon viele Leute
von seinen Ergebnissen gehört, doch nur wenige hatten bis
dahin je einen Polyp gesehen.
Aus diesem Grund war es Trembley klar, dass er seine Befunde gut
mit Bildern dokumentieren musste, damit die Leser seines Buches
seine Experimente beinahe mitvollziehen konnten. Die Publikation
enthielt dann auch dreizehn wunderschön ausgeführte
Abbildungen.
Um diesen Abbildungen noch mehr Gewicht zu verleihen, widmete
Trembley die Hälfte des Vorworts diesen Abbildungen: wie
sie gezeichnet und anschliessend graviert worden sind. Auch würdigte
er reichlich die Zeichner Pierre Lyonet und Monsieur Pronk wie
auch die Gravierer Lyonet und Monsieur Van der Schley.
In den Hydren glaubte Trembley ein tierisches Bindeglied zwischen
Tieren und Pflanzen gefunden zu haben.
Trembley beobachtete nicht nur die enorme Regenerationsfähigkeit,
er beobachtete auch, wie Hydren auf Reize reagierten und somit
klar dem Tierreich zuzuordnen waren.
Ab 1757 lebte Trembley als Privatgelehrter in Genf, wurde 1760
Direktor der Stadtbibliothek (zusammen mit Charles
Bonnet) und später sogar Mitglied des grossen Rats.
Trembley starb 1784 in petit Sacconex bei Genf.
Hauptwerk
Mémoires, pour servir à 1'histoire d'un genre de polypes
d'eau douce, à bras en forme de cornes. Leiden: Chez Jean
and Herman Verbeek, 1744.