merke.ch

Benutzerdefinierte Suche
 
   
         
    Fukushima-Atomkraftkatastrophe    
          
   
    Home
     
    Links
     
   

Biologen
Leonardo da Vinci
Charles Darwin
Theodor Schwann
Mathias Schleiden
Johann Gr. Mendel
Aristoteles
Goethe
>> Übersicht >>

     
    Natural Scientists (en)
Albert Einstein
Johannes Kepler
>> Overview>>
     
   

Personen
Adolf Hitler
Albert Schweitzer
Alexander der Grosse
Angela Merkel
Angelina Jolie
Barack Obama
Friedrich Nietzsche
Gaddafi
Gandhi
Herta Müller
Marthin Luther King
Michael Jackson
Paris Hilton
Rihanna
Vladimir Putin

     
    Länder, Reisen, Sprachen
     
    Schule
Mathe
Biologie
Sinne
Gesundheit
Physik
Chemie
Deutsch
Geografie/Geologie
weitere Themen
     
    Energie
     
    Geld/Finanzwirtschaft
     
    Steine
Bearbeitung
Bedeutung
     
   

Dies und Das
Livestyle
ICT - Computer

     

 

Fukushima Super-Gau

Das Kernkraftwerk Fukushima I oder Fukushima Daiichi war mit sechs Kraftwerksblöcken und 4,5 Gigawatt elektrischer Nettoleistung eines der leistungsstärksten Kernkraftwerke in Japan. Es liegt in Okuma im Landkreis Futaba in der Präfektur Fukushima unmittelbar am Pazifik und nutzt Meerwasser zur Kühlung. Das Kraftwerk liegt etwa 250 km nördlich von Tokio. Es wurde durch die Nuklearunfälle von Fukushima-Daiichi, die sich infolge des Tohoku-Erdbeben und des darauf folgenden Tsunami im März 2011 ereignete, weltweit bekannt.

(was in Japan geschieht... eine verständliche Darstellung von 20min.ch)




Fukushima-Daiichi

Am 11. März 2011 kam es im 150 km vom Epizentrum entfernten Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi (Fukushima I) bei den Reaktorblöcken 1 bis 3 zum Ausfall des Kühlsystems, nachdem zuvor die Dieselgeneratoren der Notstromversorgung ihren Dienst versagten. In den Reaktorblöcken 1 bis 3 verdampfte daraufhin Kühlwasser. Zum Ausgleich des Kühlwasserverlusts und zur Kühlung erhielten alle drei Reaktorblöcke mit Borsäure als Neutronenabsorber versetztes Meerwasser von aussen eingespritzt. Die Reaktorblöcke 4 bis 6 waren wegen Inspektionsarbeiten nicht in Betrieb; sind jedoch mit Brennstäben bestückt, die in den dortigen Abklingbecken lagern.

 

Winde


Strahlenexposition

Gemessene Dosisleistungen um Fukushima-Daiichi

Auf Lebewesen wirkt natürlicherweise eine Strahlung, welche drei Quellen hat:

  • Kosmos
  • Erde
  • Lebendige Körper

kosmische Strahlenquellen: Der Ursprung der kosmischen Strahlenexposition liegt im Weltall. Der wesentliche Teil kommt von der Sonne. Die Strahlung wird durch die Erdatmosphäre (Luftschicht) geschwächt. Deshalb nimmt die kosmische Strahlung mit zunehmender Höhe über Meer zu. Ihr Beitrag ist in der Schweiz im Durchschnitt 0.34 mSv/Jahr.

terrestrische Strahlenquellen: Die Strahlung stammt von radioaktiven Quellen, die sich natürlicherweise in der Erde und damit auch in Baumaterialien befinden. Verantwortlich sind vor allem das Uran und seine Folgeprodukte. Die Konzentration von Radionukliden in Kalk und Sandstein ist gering, in Graniten höher. Die Strahlenexposition in den Alpen kann bis zu 1.5 mSv/Jahr betragen. Im älteren Juragestein ist die Exposition kleiner. Im Durchschnitt ist der Beitrag 0.45 mSv/Jahr.

inkorporierte Strahlenquellen: Durch die Nahrungsmittel und das Wasser werden dem Körper natürliche Radionuklide zugeführt, die vor allem im Muskelgewebe eingelagert werden und den Körper von innen exponieren. Es handelt sich dabei überwiegend um K-40, das vor allem mit Gemüse in den Körper gelangt. Die Aktivität in unserem Körper beträgt dadurch etwa 4'000 Bq. Der Dosisbeitrag liegt im Durchschnitt bei 0.38 mSv/Jahr.

 

Erdbeben von Sendai

Am 11. März um 14:46 Uhr Ortszeit (06:46 Uhr MEZ) wird Japan im Nordosten vom schwersten Erdbeben seiner Geschichte erschüttert. Nach wenigen Minuten trifft eine erste riesige Tsunami-Flutwelle mit Maximalhöhen von 23 Meter auf die dortige Küste.
 

Ereignisse chronologisch im AKW in Fukushima

1. Woche (11.-17. März 2011)

11. März (Tag 1, Freitag)

15:06 Uhr: zwei kräftige Beben der Stärke 6,4 Mw
15:15 Uhr: zahlreiche weitere Nachbeben. Das schwerste Nachbeben mit einer Magnitude (M) von 7,9 Mw erfolgte bereits eine halbe Stunde nach dem ersten massiven Beben.[3]
etwa 16:00 Uhr (08:00 Uhr MEZ): Eine weitere bis zu zehn Meter hohe Flutwelle (Tsunami) trifft auf die Nordostküsten Japans.
15:42 Uhr: Stromversorgung der Reaktoreinheiten 1 - 3 des AKW Fukushima 1 ist unterbrochen.[2]
15:45 Uhr: Die Öltanks für die Strom-Notversorgung von AKW Fukushima 1 werden vom Tsunami weggespült.[2]
16:36 Uhr: Wasserkühlungen (ECCS) fallen in Reaktor 1 und 2 aus.[2]
17:00 Uhr: Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan erklärt, die Lage in den Atomkraftwerken sei normal. Die Anlagen seien automatisch heruntergefahren worden.
18:30 Uhr: Brand im Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima 1 und einen im Kernkraftwerk Onagawa.
20:30 Uhr: Die Regierung ruft den atomaren Notfall aus, und bezeichnet dies als Vorsichtsmassnahme.
21:45 Uhr: Rund 2000 Bewohner in der Umgebung des Atomkraftwerks Fukushima 1 werden zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert.
22:00 Uhr: Das Feuer im Atomkraftwerk Onagawa ist nach einer Mitteilung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) gelöscht. Die Evakuierungszone um das Atomkraftwerk Fukushima 1 wird von zwei auf drei Kilometer ausgedehnt.

Anzahl der Nachbeben
M=5,0 M=6,0 M=7,0
11. März 120 30 3

12. März (Tag 2, Samstag)

00:46 Uhr: Im Reaktorgebäude 1 des Atomkraftwerks Fukushima 1 kam es um 0:46 Uhr zu einem abrupten Druckanstieg.
06:40 Uhr: Im Reaktor 1 des Atomkraftwerks Fukushima 1 wird kontrolliert Druck abgelassen. In der Umgebung wird erhöhte Radioaktivität gemessen.
07:00 Uhr: Die Evakuierungszone wird auf zehn Kilometer ausgeweitet. Betroffen sind 45'000 Menschen. Die IAEO teilt mit, dass auch das Kühlsystem im Reaktor 2 von Fukushima 1 beschädigt ist.
09:00 Uhr: Neben den Berichten über zwei Reaktoren in Fukushima 1 gibt es demnach auch Probleme mit der Kühlung von drei Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima 2.
14:00 Uhr: Die Atomsicherheitsbehörde teilt mit, dass in Fukushima 1 möglicherweise eine Kernschmelze begonnen habe.

15:36 Uhr: Im Atomkraftwerk Fukushima 1 kommt es zu einer Wasserstoffexplosion. Das Dach und die Wände des Reaktorgebäudes 1 werden zerstört, Rauch steigt auf. Vier Arbeiter werden dabei verletzt.[6] Einer Stellungnahme der Regierung zufolge wurde der Sicherheitsbehälter nicht beschädigt, die Strahlungswerte am Werkstor sollen 70-fach über den Normalwerten gelegen haben.

19:45 Uhr: Der Radius der Evakuierungszone rund um Fukushima 1 wird auf 20 Kilometer ausgeweitet.
22:30 Uhr: Der Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima 1 teilt mit, dass er den Reaktor 1 mit Meereswasser fluten will.

Anzahl der Nachbeben
M=5,0 M=6,0 M=7,0


13. März (Tag 3, Sonntag)

06:00 Uhr: die Evakuierung betrifft 140'000 Menschen.
08:00 Uhr: In einem dritten Reaktorblock in Fukushima 1 fällt die Kühlung aus. Nun sind sechs Atomreaktoren von Unfällen betroffen.
16:00 Uhr: Die japanische Regierung spricht von der Möglichkeit einer bevorstehenden weiteren Explosion in Fukushima 1. Im Reaktorblock 3 gebe es möglicherweise ebenfalls eine partielle Kernschmelze.
21:00 Uhr: Ministerpräsident Kan spricht von einer alarmierenden Lage im Atomkraftwerk Fukushima. Angesichts der nuklearen Notfälle, des Erdbebens und des Tsunamis befinde sich Japan in der schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.
22:45 Uhr: Die japanische Regierung setzt 100'000 Soldaten für die Rettungsaktionen im Nordosten des Landes ein.
23:15 Uhr: Im Südwesten Japans bricht der Vulkan Shinmoedake aus. Die Behörden beschränken den Zugang zum Vulkangebiet.

Anzahl der Nachbeben
M=5,0 M=6,0 M=7,0


14. März (Tag 4)

01:15 Uhr: Im Kernkraftwerk Tokai, südlich von Fukushima, gibt es einen Notfall. Das Kühlsystem versagt, zwei Dieselgeneratoren für die Notversorgung sind ebenfalls bereits ausgefallen. Der dritte Generator hält die Kühlung der Brennstäbe weiter aufrecht.
10:00 Uhr: Ein schweres Nachbeben der Stärke 6,2 erschüttert Tokio. Eine zunächst herausgegebene Tsunami-Warnung wird später wieder aufgehoben.
11:45 Uhr: Im Kernkraftwerk Fukushima 1 ereignet sich im Reaktor 3 eine Wasserstoff-Explosion. Elf Menschen werden verletzt. Nach Angaben des Betreibers TEPCO bleibt die Stahlhülle des Reaktors intakt.
16:00 Uhr: Die Kühlung im Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima 1 fällt aus. Der Kühlwasserstand soll einer Nachrichtenagentur zufolge absinken.
20:12 Uhr: Die Brennstäbe in diesem Reaktor liegen nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo trocken.
21:55 Uhr: Im Kernkraftwerk Fukushima 1 droht nach der Erklärung von Regierungssprecher Yukio Edano eine Kernschmelze in drei Reaktoren. Im Areal um das AKW wird eine erhöhte Radioaktivität festgestellt.

Anzahl der Nachbeben
M=5,0 M=6,0 M=7,0
14. März 27 2 0


15. März (Tag 5)

00:15 Uhr: Im Reaktorblock 2 von Fukushima 1 sind die Brennstäbe nicht mehr von Wasser bedeckt.
06:15 Uhr: In Fukushima 1 kommt es im Reaktor 2 zu einer Explosion - die dritte in dem AKW. Dieses Mal wird von einem Druckabfall, berichtet, was auf eine Beschädigung der Reaktorhülle selbst hindeute, sagt TEPCO.
08:54 Uhr: Im Block 4 bricht ein Feuer aus und es gibt eine Wasserstoffexplosion.
11:00 Uhr: Der Brand im Block 4 wird gelöscht.
12:16 Uhr: Nach Regierungsangaben wurde bei der dritten Explosion erstmals eine innere Schutzhülle (Reaktor 2) beschädigt.
16:15 Uhr: Der Betreiber TEPCO reduziert die Bedienungsmannschaften von bislang 800 auf 50.
23:00 Uhr: Die Situation in Fukushima 1 wird von der IAEO „beunruhigend“ genannt.

Anzahl der Nachbeben
M=5,0 M=6,0 M=7,0


16. März (Tag 6)

00:26 Uhr: In Block 4 der Anlage Fukushima 1 ist nach einem Bericht des TV-Senders NHK geplant, mit Hilfe von Hubschraubern Wasser durch Löcher im teilweise zerstörten Dach zu schütten, um die Brennstäbe im Innern zu kühlen.
05:45 Uhr: die japanischen Behörden melden, dass ein Feuer im Block 4 entdeckt worden sei.
11:31 Uhr: Die Strahlung beim AKW Fukushima 1 erreicht neue Höchstwerte. Die Techniker müssen das Kernkraftwerk verlassen, kehren aber Stunden später wieder zurück.
12:59 Uhr: Ein starkes Nachbeben erschüttert die Region östlich von Tokio bei Chiba.

Anzahl der Nachbeben
M=5,0 M=6,0 M=7,0


17. März (Tag 7)

01:20 Uhr: IAEA-Chef Yukiya Amano nennt die Lage „sehr ernst“ und kündigt seinen Besuch in Japan an.
03:11 Uhr: Im Abklingbecken des Reaktors 4 steigt die Radioaktivität wegen fehlendem Kühlwasser an.
11:02 Uhr: In Fukushima 1 wird mit Armee-Hubschraubern ein Kühlversuch über dem Reaktor 3 begonnen und schnell wieder abgebrochen. Elf Wasserwerfer der Streitkräfte sollen das Reaktorgebäude 4 mit dem Abklingbecken kühlen.

Anzahl der Nachbeben
M=5,0 M=6,0 M=7,0


2. Woche (18.-25. März 2011)

18. März (Tag 8)

02:00 Uhr: Japan führt Strahlentests für Nahrungsmittel ein.
03:30 Uhr: Es gelingt, ein Stromkabel in den Reaktor 2 zu verlegen.
14:00 Uhr: Der zweite Kühlversuch am Reaktor 3 mit Wasserwerfern der Tokioter Feuerwehr und der Armee wird aufgenommen.
18:32 Uhr: Japan stuft die Gefährlichkeit der Atomunfälle auf Stufe 5 hoch.
18:54 Uhr: Ein Diesel-Generator soll demnächst die Reaktoren 5 und 6 mit Wasser versorgen.
20:00 Uhr: Ministerpräsident Kan spricht zur Bevölkerung: Die Lage sei weiter „sehr ernst“, werde aber „in nicht weiter Ferne“ unter Kontrolle gebracht.

Anzahl der Nachbeben
M=5,0 M=6,0 M=7,0

19. März (Tag 9)

00:45 Uhr: Die Feuerwehr versucht weiter den Reaktor 3 von Fukushima 1 zu kühlen.
13:27 Uhr: Das Büro des japanischen Premierministers versendet auf Twitter eine Art Anti-Panik-PDF in der gezeigt wird, welchen Strahlungsdosen Menschen bei Röntgenaufnahmen oder Langstreckenflügen ausgesetzt sind - so sollen die Nachrichten über Fukushima 1 in Relation gesetzt werden können.
Trilaterales Aussenministertreffen von Japan, China und Südkorea in Kyoto, um einen AKW-Pakt zu vereinbaren
16:30 Uhr: Lokale Behörden haben im Leitungswasser nahe Fukushima 1 erhöhte Werte von Radioaktivität nachgewiesen. Man solle das Wasser nicht mehr trinken.
19:20 Uhr: Japans Atombehörde warnt für Sonntag und Montag vor radioaktivem Regen.

Anzahl der Nachbeben
M=5,0 M=6,0 M=7,0

20. März (Tag 10, Sonntag)

Das Abklingbecken von Block 2 von Fukushima 1 sei mit Meerwasser aufgefüllt worden. Über das Notstromnetz seien die Pumpen zur Wasserkühlung des Meilers in Gang gesetzt worden.
Die Kühlung im Reaktor 5 von Fukushima 1 sei stabilisiert worden, teilten die Behörden mit. Zuvor war dies bereits für Reaktor 6 bekannt gegeben worden.
Wieder wurde von der Feuerwehr Wasser über/auf den Reaktor 3 gespritzt.
14:39 Uhr: Ministerpräsident Naoto Kan kündigt für Montag einen Besuch in der Region nahe vom Atomkraftwerk Fukushima 1 an.
Der Betreiber teilt mit, dass in zwei von sechs Abklingbecken für verbrauchte Brennelemente im Kernkraftwerk Fukushima 1 die Temperaturen in einen normalen Bereich abgesunken seien.
Bisher sind bei Rückkehrern aus Japan auf dem Frankfurter Flughafen keine überhöhten Strahlenwerte gemessen worden.
18:23 Uhr: Die jap. Regierung empfiehlt, das Trinkwasser in Fukushima nicht zu trinken.
22:20 Uhr: Ministerpräsident Kan sagt den Besuch des Katastrophengebiets wegen des erwarteten Regens wieder ab.
 

21. März (Tag 11)

Die Messwerte in Fukushima 1 übersteigen die erlaubten Grenzwerte um das 6-fache
 

22. März (Tag 12)

09:39 Uhr: Messwerte weisen radioaktive Substanzen im Meereswasser bei Fukushima 1 nach

23. März (Tag 13)

Da über dem Reaktor 3 von Fukushima 1 schwarzer Rauch aufsteigt, sind nach Angaben des Betreibers TEPCO die Arbeiter angewiesen worden, das Gelände erneut vorübergehend zu verlassen.
Die jap. Regierung empfiehlt, das Trinkwasser in Tokio Kindern und Säuglingen wegen der gemessenen erhöhten Radioaktivität nicht zum Trinken zu geben.
 

24. März (Tag 14)

01:38 Uhr: Arbeiten am Unglücksreaktor 3 gehen weiter - nach einer fast eintägigen Pause seien die Ingenieure auf das Geländer zurückgekehrt, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.
Singapur und Australien verbieten den Import von Gemüse aus vier japanischen Präfekturen.

3. Woche

25. März (Tag 15)

Japans Ministerpräsident Kan "entschuldigt sich" für den GAU.
26. März (Tag 16 )

Insgesamt ist in vier der sechs Reaktorblöcke des AKW Fukushima 1 radioaktiv belastetes Wasser festgestellt worden. Der Wasserpegel bei Reaktor 1 und 3 würde im Untergeschoss der Turbinenräume bis zu 40 Zentimeter beziehungsweise bei 1,5 Meter liegen, meldet die dpa. In den Reaktorblöcken 2 und 4 stehe das Wasser bis zu einem Meter beziehungsweise bis zu 80 Zentimeter hoch. Der Grund, warum das Wasser stark radioaktiv belastet ist, ist offiziell unklar.
 

27. März (Tag 17, Sonntag)

Die Radioaktivität an Reaktor 2 des AKW Fukushima1 ist so stark erhöht, dass die Arbeiten dort unterbrochen wurden.

 

Die nach den Explosionen in Block 1 und 3 auf dem Gelände gemessene Dosisleistung (d. h. Strahlendosis pro Zeiteinheit) betrug zwischen 20 µSv/h und 4 µSv/h. Nach der Explosion von Block 2 stieg die Dosisleistung kurzzeitig auf über 8 mSv/h, was das 16-fache des Grenzwerts von 500 µSv/h bedeutet, sank jedoch kurzzeitig wieder ab. Am Morgen des 15. März um 09:10 Uhr Ortszeit stieg die Strahlung nach der Explosion am Block 4 zeitweise auf 11,9 mSv/h und an einem Messpunkt direkt zwischen Block 3 und 4 wurden 400 mSv/h gemessen. Am Morgen des 16. März stieg die Strahlenexposition auf dem Kraftwerksgelände auf bis zu 1 Sv/h.

Im Vergleich liegt die natürliche Strahlenexposition bei etwa 2,4 mSv pro Jahr, ein körperlicher Frühschaden ist ab einer Gesamt-Äquivalentdosis von 200 bis 300 mSv beim Menschen medizinisch nachweisbar, jedoch besteht auch bei geringeren Dosen ein Strahlenrisiko. Ab einer Einzelfall-Gesamt-Äquivalentdosis von 500 mSv tritt akute Strahlenkrankheit in Form von Übelkeit und Erbrechen auf. Ab einer Gesamtdosis von 1 Sv versterben 10 % der Personen innerhalb von 30 Tagen (LD 10/30). Eine einzelne Gesamtdosis von 6 Sv ist stets tödlich (LD 100).
Die vorherrschenden ablandigen Winde sorgten dafür, dass die am Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi austretenden radioaktiven Wolken im wesentlichen auf den Pazifik hinausgetrieben wurden. Zeitweise erhöhte Radioaktivitätswerte in der Luft am Kernkraftwerk Onagawa wurden auf die Freisetzungen vom Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi zurückgeführt. Messungen vom 14. März 2011 auf dem Flugzeugträger USS Ronald Reagan 160 km vor der Küste bestätigen dies. Auf Grund der gemessenen Strahlenexposition sah sich die US-Navy veranlasst, für ihre sich auf dem Weg nach Fukushima befindlichen Schiffe die Route zu ändern. Eine vorübergehende Winddrehung auf Nordost am 15. März. war in den japanischen Medien Anlass für die Verbreitung von Verhaltensmassnahmen im Falle einer über Tokio ziehenden radioaktiven Wolke.
Der Vorfall wurde von der Japanischen Atomaufsichtsbehörde bisher als INES Stufe 4 („Unfall“) von max. 7 („Katastrophaler Unfall“) eingestuft und wurde seit dem nicht an die aktuelle Lage angepasst. Diese Einschätzung der japanischen Behörden wird von der französischen Kontrollbehörde für Nuklearsicherheit ASN angezweifelt, deren Präsident André-Claude Lacoste den Zwischenfall mit Stufe 5 („Ernster Unfall“) oder Stufe 6 („Schwerer Unfall“) einstuft.
Im Laufe des 15. März 2011 stieg die Strahlung kurzfristig auf einen so hohen Wert, dass zwischenzeitlich alle rund 50 verbliebenen Techniker das Gelände von Fukushima-Daiichi komplett verlassen mussten und die Bewässerung der Reaktoren ganz eingestellt wurde. Nach einstündiger Räumung nahmen sie ihre Arbeit erneut auf. Das Japanische Gesundheitsministerium setzte die zulässige Gesamt-Äquivalentdosis für die im Kernkraftwerk tätigen Arbeiter von 100 auf 250 mSv herauf.
Japan bat Südkorea um die Lieferung von 52 Tonnen des Halbmetalls Bor. Die Chemikalie absorbiert Neutronen, verlangsamt die Kernspaltung und soll die Reaktoren so zusätzlich abkühlen.
 

Evakuierungsmassnahmen

Nachdem die Japanische Regierung am 11. März 19:03 Uhr (Ortszeit) den Nuklearen Notfallzustand ausgerufen hatte, verfügte die Notfalleinsatzzentrale (Emergency Response Headquarter) der Präfektur Fukushima um 20:50 die Evakuierung der Bevölkerung in einem Radius von 2 km um das Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi. Später wurde dieser Radius dann auf Weisung des Premierministers schrittweise von zwei (11. März 20:50) auf drei (11. März 21:23) auf zehn (12. März 5:44) und zuletzt zwanzig (15. März 11:00) Kilometer erweitert. Bewohner in einem Umkreis von dreissig Kilometern wurden darüberhinaus aufgefordert in ihren Häusern zu bleiben. Von den Evakuierungsmassnahmen sind insgesamt circa 80.000 Einwohner betroffen, wovon 28.000 Einwohner noch zu evakuieren sind (Stand 17. März).


Reaktorblock 1

Zustand des Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi am 17. März 2011 um 16:00 Uhr
Der Dampfdruck wurde teilweise in das Containment abgelassen, wo er sich in Block 1 von 4 bar auf 8,4 bar erhöhte. Daraufhin wurde Dampf aus dem Sicherheitsbehälter und Reaktorgebäude abgelassen. Am 12. März wurde ausgetretenes radioaktives Caesium und Iod gemessen, was auf eine Beschädigung der Brennelemente schliessen lässt.
Am 12. März kam es um 15:36 Uhr (Ortszeit) im Reaktorblock 1 zu einer Knallgas-Explosion, die die äussere Hülle des Reaktorblocks zerstörte und Menschen verletzte. Die Sicherheitshülle des Reaktorkerns soll jedoch unbeschädigt geblieben sein.
Daraufhin wurde am 12. März 11:00 Uhr (Ortszeit) mit der Einleitung von Meerwasser über das Feuerlöschsystem begonnen. Diese Massnahme wurde am 14. März um 1:10 Uhr zeitweilig unterbrochen. Danach wurde die Einleitung wieder aufgenommen.
 

Reaktorblock 2

Am 14. März begann um 13:18 Uhr (Ortszeit) der Wasserspiegel im Reaktorblock 2 zu sinken. Daraufhin wurde um 19:20 Uhr (Ortszeit) mit der Einleitung von Meerwasser über das Feuerlöschsystem in die Reaktordruckkammer begonnen. Um 22:50 Uhr (Ortszeit) begann der Wasserspiegel in der Reaktordruckkammer wieder zu steigen.
Am 15. März um 06:10 Uhr (Ortszeit) ereignete sich im Reaktorblock 2 eine Explosion. Dabei wurde sehr wahrscheinlich die Schutzhülle des Reaktors beschädigt. Infolge der Explosion kam es zu einer fast vollständigen Verdampfung des Kühlwassers. Die Wasserzuleitung über das Feuerlöschsystem wurde jedoch nicht beeinträchtigt, so dass der Wasserspiegel in der Reaktordruckkammer wieder angehoben werden konnte.
Nach der Explosion wurden laut IAEA auf dem Anlagegelände bis zu 400 mSv/h gemessen. Das JAIF berichtete von 30 mSv/h zwischen Block 2 und 3, 400 mSv/h neben Block 3 und 100 mSv/h neben Block 4. Aufgrund eines Druckabfalls im Sicherheitsbehälter wird von einer Beschädigung der Kondensationskammer ausgegangen. Nach Angaben von Betreibergesellschaft TEPCO waren ca. 33% der Brennelemente beschädigt, sie führte eine Teilevakuierung der Arbeiter durch.
 

Reaktorblock 3

Am Morgen des 13. März fiel auch im Reaktorblocks 3 die Notkühlung aus. Daraufhin wurde um 11:55 Uhr (Ortszeit) mit der Einleitung von Frischwasser über das Feuerlöschsystem in die Reaktordruckkammer begonnen. Ab 13:12 Uhr (Ortszeit) wurde Meerwasser anstelle von Frischwasser verwendet. Am 14. März um 01:10 Uhr (Ortszeit) musste die Wassereinleitung in die Reaktorkammer abgebrochen werden, da das Meerwasserbecken leergepumpt worden war. Um 3:20 Uhr (Ortszeit) konnte die Meerwassereinspeisung wieder aufgenommen werden.
Am 14. März um 11:01 Uhr (Ortszeit) kam es dort ebenfalls zu einer Knallgas-Explosion, bei der die äussere Hülle zerstört wurde. Dabei wurde zunächst vermutet, dass auch die Sicherheitshülle des Reaktorkerns beschädigt wurde.
Am 16. März um 8:30 Uhr (Ortszeit) stiegen dichte Dampf/Rauchschwaden aus dem Reaktorblock 3 hervor. Da zunächst eine mögliche Beschädigung der Sicherheitshülle nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde um 10:45 Uhr (Ortszeit) das Bedienungspersonal aus dem Zentralen Kontrollraum für Block 3 und 4 evakuiert. Um 11:30 (Ortszeit) kehrte die Mannschaft wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Die Meerwassereinspeisung wurde fortgesetzt.
Im Reaktor 3 werden Mischoxid-Brennelemente verwendet, die eine Mischung aus Urandioxid und Plutoniumdioxid enthalten.
 

Reaktorblock 4

Am 15. März 2011 gegen 6:00 Uhr (Ortszeit) brach im abgeschalteten Reaktorblock 4, in dem auch abgebrannte Brennstäbe lagern, im 4. Stockwerk des Gebäudes ein Feuer aus, das jedoch gegen 11:00 Uhr (Ortszeit) von alleine erlosch. Die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press berichtet, dass es zwei acht Quadratmeter grosse Löcher in der Aussenwand des Reaktors gebe. Ursache des Brandes waren die Eigenwärme der Brennstäbe und die Bildung von Wasserstoff an den Brennstäben. Die Einleitung von Meerwasser zur Kühlung wurde vorbereitet.
Am 16. März 2011 brach gegen 5:45 Uhr (Ortszeit) im Reaktorblock 4 erneut ein Feuer aus, welches jedoch um 6:15 Uhr (Ortszeit) nicht mehr nachweisbar war. Gegen 14:00 Uhr (Ortszeit) musste die Wassereinspeisung in das Abklingbecken mit den dort lagernden Brennstäben aufgegeben werden. Daher versuchen Japanischen Streitkräfte die Brennstäbe in den Abklingbecken der Reaktoren 3 und 4 anfangs mit polizeilichen Wasserwerfern, später mit speziellen Sonderlöschfahrzeugen und zwei Chinook-Hubschraubern mit Löschbehältern zu kühlen. Die Vereinigten Staaten beabsichtigen ausserdem zur Inspektion eine hochfliegende Global-Hawk-Drohne zu schicken.
 

Reaktorblöcke 5 und 6

Am 15. März 2011 traten in den Reaktorblöcken 5 und 6 Kühlprobleme in den Zwischenlagern mit den dort gelagerten Brennelementen auf. Die Einleitung von Meerwasser zur Kühlung wird vorbereitet.


 

Fukushima-Daini

Im Fukushima-Daini (Fukushima II) weisen die Reaktorblöcke 1 und 2 Störungen im Kühlsystem auf. Von den Reaktorblöcken 3 und 4 werden keine Probleme gemeldet. Auf Grund der Störungen wurde auch um das Kernkraftwerk Fukushima-Daini die Evakuierung im Radius von 10 Kilometer angeordnet, der nahezu vollständig innerhalb des 20 Kilometer weit reichenden Evakuierungsradius um das Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi liegt. Ein Kranführer stürzte ab und verstarb. Die Betreibergesellschaft TEPCO teilte am 15. März 2011 mit, dass die Kühlsysteme in allen 4 Reaktorblöcken einwandfrei funktionieren.
Die IAEO/IAEA teilte am 12. März gegen 21 Uhr (MEZ) mit, dass – zusätzlich zu den Evakuierungen im Umkreis von Fukushima I – bislang etwa 30.000 Anwohner innerhalb des 10-km-Radius um Fukushima II evakuiert wurden und dass die Evakuierungsmassnahmen noch nicht abgeschlossen seien.
Seit dem 15. März 18:00 Uhr (Ortszeit) sind alle 4 Blöcke des Kernkraftwerks im kalten Zustand abgeschaltet.
 

Onagawa

Im Kernkraftwerk Onagawa brach im konventionellen Teil der Anlage ein Brand im vom Reaktor getrennt stehenden Turbinengebäude aus, der bald unter Kontrolle gebracht werden konnte. Seit dem 12. März 1:17 Uhr (Ortszeit) sind alle 3 Blöcke des Kernkraftwerks im kalten Zustand abgeschaltet.
Am 13. März meldete der Betreiber Tohoku Denryoku der IAEO, dass in der Umgebung des Kraftwerks erhöhte Werte an Radioaktivität gemessen wurden und erklärte deswegen einen Störfall der niedrigsten Stufe.

Tokai

Im Kernkraftwerk Tokai fielen am 13. März 2011 zwei von drei Kühlpumpen im Reaktorblock 2 aus. Eine Pumpe arbeitet weiterhin. Der Reaktor ist seit dem 15. März 0:40 Uhr (Ortszeit) im kalten Zustand abgeschaltet. Der Reaktorblock 1 wurde schon 1998 stillgelegt.

(verändert, nach Wikipedia)

  www.merke.ch | Impressum | Links | Kontakt