Sonnenenergie
Als Sonnenenergie oder Solarenergie bezeichnet
man die von der Sonne durch Kernfusion erzeugte Energie, die in
Teilen als elektromagnetische Strahlung zur Erde gelangt.
Die Sonnenenergie ist, seitdem sie gemessen
wird, annähernd konstant; es gibt auch keine Hinweise auf
deutliche Schwankungen in historischer Zeit. Die durchschnittliche
Intensität der Sonneneinstrahlung beträgt an der Grenze
der Erdatmosphäre etwa 1.367 W/m²; dieser Wert wird
auch als Solarkonstante bezeichnet. Ein Teil der eingestrahlten
Energie wird von der Atmosphäre – von festen (z. B.
Eiskristallen, Staub) oder flüssigen Schwebeteilchen sowie
von den gasförmigen Bestandteilen – reflektiert. Ein
weiterer Teil wird von der Atmosphäre absorbiert und bereits
dort in Wärme umgewandelt. Der dritte Teil geht durch die
Atmosphäre hindurch bis zum Erdboden. Dort wird er entweder
in Wärme umgewandelt, oder er betreibt zum Beispiel die Photosynthese,
die Photothermik oder die Photovoltaik. Die prozentuale Verteilung
der Einstrahlung auf Reflexion, Absorption und Transmission hängt
vom jeweiligen Zustand der Atmosphäre ab. Dabei spielen die
Luftfeuchtigkeit, die Bewölkung und die Länge des Weges,
den die Strahlen durch die Atmosphäre nehmen müssen,
eine Rolle. Die auf die Erdoberfläche auftreffende Strahlung
beträgt weltweit im Tagesdurchschnitt (bezogen auf 24 Stunden)
noch ungefähr 165 W/m² (mit erheblichen Schwankungen
je nach Breitengrad, Höhenlage und Witterung). Die gesamte
auf die Erdoberfläche auftreffende Energiemenge ist mehr
als fünftausend Mal größer als der Energiebedarf
der Menschheit. Letztlich wird die gesamte Energie der Sonne in
Form von Wärmestrahlung wieder an den Weltraum abgegeben.
Nutzung der Sonnenenergie
Der Menge nach größter Nutzungsbereich der Sonnenenergie
ist die Erwärmung der Erde, so dass im oberflächennahen
Bereich biologische Existenz in den bekannten Formen möglich
ist, gefolgt von der Photosynthese der Pflanzen. Die meisten Organismen,
die Menschen eingeschlossen, sind entweder direkt (als Pflanzenfresser)
oder indirekt (als Fleischfresser) von der Sonnenenergie abhängig.
Brennstoff und Baumaterial stammen ebenfalls daraus. Die Sonnenenergie
ist weiterhin dafür verantwortlich, dass es in der Atmosphäre
zu Luftdruckunterschieden kommt, die zu Wind führen. Auch
der Wasserkreislauf der Erde wird von der Sonnenenergie angetrieben.
Neben diesen „natürlichen“ Effekten gibt es zunehmend
eine technische Nutzung vor allem im Bereich Energieversorgung.
Mit Hilfe der Solartechnik lässt sich die Sonnenenergie
auf verschiedene Arten nutzen:
- Sonnenkollektoren erzeugen Wärme (Solarthermie bzw.
Photothermik)
- Sonnenwärmekraftwerke erzeugen mit Hilfe von Wärme
und Wasserdampf elektrischen Strom
- Pflanzen und pflanzliche Abfälle werden so verarbeitet,
dass nutzbare Flüssigkeiten (z. B. Ethanol, Rapsöl)
oder Gase (z. B. Biogas, gereinigt wird daraus Methan) entstehen
- Wind- und Wasserkraftwerke erzeugen elektrischen Strom
- Solarkocher oder Solaröfen erhitzen Speisen oder sterilisieren
medizinisches Material
- Solarzellen erzeugen elektrischen Gleichstrom (Photovoltaik)
Die Sonnenenergie ist regenerative Energie, ihre Nutzung wird
in vielen Ländern gefördert, in Deutschland beispielsweise
durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).