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PRINCIPES DE PHILOSOPHIE ZOOLOGIQUE. DISCUTÉS
EN MARS 1830 AU SEIN DE L'ACADAMIE ROYALE DES SCIENCES PAR MR. GEOFFROY
DE SAINT-HILAIRE.
PARIS 1830
[Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik, Berlin 1830
und 183
(Erster Abschnitt)
Bei einer Sitzung der Französischen Akademie am 22. Februar dieses Jahrs
begab sich ein wichtiger Vorfall, der nicht ohne höchst bedeutende Folgen
bleiben kann. In diesem Heiligtum der Wissenschaften, wo alles in Gegenwart
eines zahlreichen Publikums auf das anständigste vorzugehen pflegt, wo
man mit der Mäßigung, ja der Verstellung wohlerzogener Personen sich begegnet,
bei Verschiedenheit der Meinungen nur mit Maß erwidert, das Zweifelhafte
eher beseitigt als bestreitet, hier ereignet sich über einen wissenschaftlichen
Punkt ein Streit, der persönlich zu werden droht, aber genau besehen weit
mehr bedeuten will.
Es offenbart sich hier der immer fortwährende Konflikt zwischen den zwei
Denkweisen, in die sich die wissenschaftliche Welt schon lange trennt,
der sich auch zwischen unsern nachbarlichen Naturforschern immerfort hinschlich,
nun aber diesmal merkwürdig heftig sich hervortut und ausbricht.
Zwei vorzügliche Männer, der perpetuierliche Sekretär der Akademie, Baron
Cuvier, und ein würdiges Mitglied, Geoffroy de Saint-Hilaire, treten gegeneinander
auf, der erste aller Welt, der zweite den Naturforschern rühmlichst bekannt;
seit dreißig Jahren Kollegen an einer Anstalt, lehren sie Naturgeschichte
am Jardin des Plantes, in dem unübersehbaren Felde beide eifrigst
beschäftigt, erst gemeinschaftlich arbeitend, aber nach und nach durch
Verschiedenheit der Ansichten getrennt und sich eher ausweichend.
Cuvier arbeitet unermüdlich als Unterscheidender, das Vorliegende genau
Beschreibender, und gewinnt sich eine Herrschaft über eine unermeßliche
Breite. Geoffroy de Saint-Hilaire hingegen ist im stillen um die Analogien
der Geschöpfe und ihre geheimnisvollen Verwandtschaften bemüht; jener
geht aus dem Einzelnen in ein Ganzes, welches zwar vorausgesetzt, aber
als nie erkennbar betrachtet wird; dieser hegt das Ganze im innern Sinne
und lebt in der Überzeugung fort, das Einzelne könne daraus nach und nach
entwickelt werden. Wichtig aber ist zu bemerken, daß manches, was diesem
in der Erfahrung klar und deutlich nachzuweisen gelingt, von jenem dankbar
aufgenommen wird; ebenso verschmäht dieser keineswegs, was ihm von dorther
einzeln Entschiedenes zukommt, und so treffen sie auf mehreren Punkten
zusammen, ohne daß sie sich deshalb eine Wechselwirkung zugestehen. Denn
eine Voranschauung, Vorahnung des Einzelnen im Ganzen will der Trennende,
Unterscheidende, auf der Erfahrung Beruhende, von ihr Ausgehende nicht
zugeben. Dasjenige erkennen und kennen zu wollen, was man nicht mit Augen
sieht, was man nicht greifbar darstellen kann, erklärt er nicht undeutlich
für eine Anmaßung. Der andere jedoch, auf gewisse Grundsätze haltend,
einer hohen Leitung sich überlassend, will die Autorität jener Behandlungsweise
nicht gelten lassen.
Nach diesem einleitenden Vortrag wird uns nunmehr wohl niemand verargen,
wenn wir das Obengesagte wiederholen: hier sind zwei verschiedene Denkweisen
im Spiele, welche sich in dem menschlichen Geschlecht meistens getrennt
und dergestalt verteilt finden, daß sie, wie überall, so auch im Wissenschaftlichen
schwer zusammen verbunden angetroffen werden und, wie sie getrennt sind,
sich nicht wohl vereinigen mögen. Ja, es geht so weit, daß, wenn ein Teil
von dem andern auch etwas nutzen kann, er es doch gewissermaßen widerwillig
aufnimmt. Haben wir die Geschichte der Wissenschaften und eine eigne lange
Erfahrung vor Augen, so möchte man befürchten, die menschliche Natur werde
sich von diesem Zwiespalt kaum jemals retten können. Wir führen das Vorhergesagte
noch weiter aus.
Der Unterscheidende wendet so viel Scharfsichtigkeit an, er bedarf einer
ununterbrochenen Aufmerksamkeit, einer bis ins Kleinste durchdringenden
Gewandtheit, die Abweichungen der Gestalten zu bemerken, und zuletzt gleichfalls
der entschiedenen Geistesgabe, diese Differenzen zu benennen, daß man
ihm nicht wohl verargen kann, wenn er hierauf stolz ist, wenn er diese
Behandlungsweise als die einzig gründliche und richtige schätzen mag.
Sieht er nun gar den Ruhm, der ihm deshalb zuteil ward, darauf beruhen,
so möchte er nicht leicht über sich gewinnen, die anerkannten Vorzüge
mit einem andern zu teilen, der sich, wie es scheint, die Arbeit leichter
gemacht hat, ein Ziel zu erreichen, wo eigentlich nur für Fleiß, Mühe,
Anhaltsamkeit der Kranz dargeboten werden sollte.
Freilich glaubt derjenige, der von der Idee ausgeht, sich auch etwas
einbilden zu dürfen, er, der einen Hauptbegriff zu fassen weiß, dem sich
die Erfahrung nach und nach unterordnet, der in sicherer Zuversicht lebt:
er werde das, was er hie und da gefunden und schon im ganzen ausgesprochen
hat, gewiß in einzelnen Fällen wieder antreffen. Einem so gestelltem Manne
haben wir wohl auch eine Art von Stolz, ein gewisses inneres Gefühl seiner
Vorzüge nachzusehen, wenn er von seiner Seite nicht nachgibt, am wenigsten
aber eine gewisse Geringschätzung ertragen kann, die im von der Gegenseite
öfters, wenn auch auf eine leise, mäßige Art, erzeigt wird.
Was aber den Zwiespalt unheilbar macht, dürfte wohl folgendes sein. Da
der Unterscheidende durchaus sich mit ein Faßlichen abgibt, das, was er
leistet, belegen kann, eine ungewöhnlichen Ansichten fordert, niemals,
was paradox erscheinen möchte, vorträgt, so muß er sich ein größeres,
ja ein allgemeines Publikum erwerben; dagegen jener sich mehr oder weniger
als Eremiten findet, der selbst mit denjenigen, die ihm beipflichten,
sich nicht immer zu vereinigen weiß. Schon oft ist in der Wissenschaft
dieser Antagonismus hervorgetreten, und es muß sich das Phänomen immer
wieder erneuern, da, wie wir eben gesehen, die Elemente hiezu sich immer
getrennt nebeneinander fortbilden und, wo sie sich berühren, jederzeit
eine Explosion verursachen.
"Meist geschieht dies nun, wenn Individuen verschiedener Nationen,
verschiedenen Alters oder in sonstiger Entfernung der Zustände aufeinander
wirken. In gegenwärtigen Falle erscheint jedoch der merkwürdige Umstand,
daß zwei Männer, im Alter gleich vorgerückt, seit dreißig ehren Kollegen
an einer Anstalt, so lange Zeit auf einem Felde in verschiedenen Richtungen
verkehrend, sich einander ausweichend, sich duldend, jeder für sich fortwirkend,
die feinste Lebensart ausübend, doch zuletzt einem Ausbruch, einer endlichen
öffentlichen Widerwärtigkeit ausgesetzt und unterworfen werden.
Nachdem wir nun eine Zeitlang im Allgemeinen verweilt, so ist es nun
sachgemäß, dem Werke, dessen Titel wir oben angezeigt haben, näherzutreten.
Seit Anfang März unterhalten uns schon die Pariser Tagesblätter von einem
solchen Vorfall, indem sie sich dieser oder jener Seite mit Beifall zuneigen.
In einigen folgenden Sessionen dauerte der Widerstreit fort, bis endlich
Geoffroy de Saint-Hilaire den Umständen angemessen findet, diese Diskussionen
aus jenem Kreise zu entfernen und durch eine eigene Druckschrift vor das
größere Publikum zu bringen.
Wir haben gedachtes Heft durchgelesen und studiert dabei aber manche
Schwierigkeit zu überwinden gehabt und uns deshalb zu gegenwärtigem Aufsatz
entschlossen, damit uns mancher, der gedachte Schrift in die Hand nimmt,
freundlich danken möge, daß wir ihm zu einiger Einleitung verhelfen. Deshalb
stehe denn hier als Inhalt des fraglichen Werks die Chronik dieser neusten
französischen akademischen Streitigkeiten.
Den 15. Februar 1830 (Seite 35)
trägt Geoffroy de Saint-Hilaire einen Rapport vor über einen Aufsatz,
worin einige junge Leute Betrachtungen anstellen, die Organisation der
Mollusken betreffend; freilich mit besonderer Vorliebe für die Behandlungsart,
die man a priori nennt und wo die unité de composition organique
als der wahre Schlüssel zu den Naturbetrachtungen gerühmt wird.
Den 22. Februar (Seite 53)
tritt Baron Cuvier mit seiner Gegenrede auf und streitet gegen das
anmaßliche einzige Prinzip, erklärt es für ein untergeordnetes und spricht
ein anderes aus, welches er für höher und für fruchtbarer erklärt.
In derselben Sitzung (Seite 73)
improvisiert Geoffroy de Saint-Hilaire eine Beantwortung, worin
er sein Glaubensbekenntnis noch unumwundener ausspricht.
Sitzung vom 1. März (Seite 81)
Geoffroy de Saint-Hilaire liest einen Aufsatz vor in demselben Sinne,
worin er die Theorie der Analogien als neu und höchst brauchbar darzustellen
sucht.
Sitzung vom 22. März (Seite 109)
Derselbe unternimmt, die Theorie der Analogien auf die Organisation
der Fische nützlich anzuwenden.
In derselben Session (Seite 139)
sucht Baron Cuvier die Argumente seines Gegners zu entkräften, indem
er an das Os hyoïdes, welches zur Sprache gekommen war, seine Behauptungen
anknüpft.
Sitzung vom 29. März (Seite 163)
Geoffroy de Saint-Hilaire verteidigt seine Ansichten des Os hyoïdes
und fügt einige Schlußbetrachtungen hinzu.
Die Zeitschrift «Le Temps» in der Nummer vom 5. März gibt ein
für Geoffroy de Saint-Hilaire günstiges Resumé aus unter der Rubrik: «Auf
die Lehre von der philosophischen Übereinstimmung der Wesen bezüglich.»
Der «National» tut in der Nummer vom 12. März das gleiche.
Geoffroy de Saint-Hilaire entschließt sich, die Sache aus dem Kreise
der Akadernie herauszunehmen, läßt das bisher Vorgefallene zusammendrucken
und schreibt dazu einen Vorbericht: «Über die Theorie der Analogien» und
datiert solchen vom 15. April.
Hierdurch nun setzt er seine Überzeugung hinlänglich ins klare, so daß
er unsern Wünschen, die Angelegenheit möglichst allgemein verständlich
vorzuführen, glücklich entgegenkommt, wie er auch in einem Nachtrag (Seite
27) die Notwendigkeit der Verhandlung in Druckschriften behauptet, da
bei mündlichen Diskussionen das Recht wie das Unrecht zu verhallen pflege.
Ganz geneigt aber den Ausländern, erwähnt er mit Zufriedenheit und Beistimmung
dessen, was die Deutschen und die Edinburger in diesem Fache geleistet,
und bekennt sich als ihren Alliierten, woher denn die wissenschaftliche
Weit sich bedeutende Vorteile zu versprechen hat.
Hier aber lassen wir zunächst einige nach unsrer Weise aus dein Allgemeinen
ins Besondere wechselnde Bemerkungen folgen, damit für uns der möglichste
Gewinn sich daraus ergebe.
Wenn uns in der Staaten-, so auch in der Gelehrtengeschichte gar manche
Beispiele begegnen, daß irgendein besonderes, oft geringes und zufälliges
Ereignis eintritt, das die bisher verhüllten Parteien offen einander gegenüberstellt,
so finden wir hier denselben Fall, welcher aber unglücklicherweise das
Eigene hat, daß gerade der Anlaß, der diese Kontestationen hervorgerufen,
ganz spezieller Art ist und die Angelegenheit auf Wege leitet, wo sie
von einer grenzenlosen Verwirrung bedroht wird, indem die wissenschaftlichen
Punkte, die zur Sprache kommen, an und für sich weder ein bedeutendes
Interesse erregen, noch dem größten Teile des Publikums klar werden können;
daher es denn wohl verdienstlich sein müßte, den Streit auf seine ersten
Elemente zurückzuführen.
Da aber alles, was sich unter Menschen im höheren Sinne ereignet, aus
dem ethischen Standpunkte betrachtet, beschaut und beurteilt werden muß,
zunächst aber die Persönlichkeit, die Individualität der fraglichen Personen
vorzüglich zu beachten ist, so wollen wir uns vor allen Dingen mit der
Lebensgeschichte der beiden genannten Männer, wenn auch nur im allgemeinsten,
bekannt machen.
[Etienne] Geoffroy de Saint-Hilaire, geboren 1772, wird als Professor
der Zoologie im Jahre 1793 angestellt, und zwar als man den Jardin
du Roi zu einer öffentlichen Lehrschule bestimmt. Bald nachher wird
Cuvier gleichfalls zu dieser Anstalt berufen; beide arbeiten zutraulich
zusammen, wie es wohlmeinende Jünglinge pflegen, unbewußt ihrer innern
Differenz.
Geoffroy de Saint-Hilaire gesellt sich im Jahre 1798 zu der ungeheuer
problematischen Expedition nach Ägypten und wird dadurch seinem Lehrgeschäft
gewissermaßen entfremdet; aber die ihm inwohnende Gesinnung, aus dem Allgemeinen
ins Besondere zu gehen, befestigt sich nur immer mehr, und nach seiner
Rückkunft, bei dem Anteil an dem großen ägyptischen Werke, findet er die
erwünschteste Gelegenheit, seine Methode anzuwenden und zu nutzen.
Das Vertrauen, das seine Einsichten sowie sein Charakter erworben, beweist
sich in der Folge abermals dadurch, daß ihn das Gouvernement im Jahr 1810
nach Portugal sendet, um dort, wie man sich ausdrückt, die Studien zu
organisieren; er kommt von dieser ephemeren Unternehmung zurück und bereichert
das Pariser Museum durch manches Bedeutende.
Wie er nun in seinem Fache unermüdet zu arbeiten fortfährt, so wird er
auch von der Nation als Biedermann anerkannt und im Jahr 1815 zum Deputierten
erwählt. Dies war aber der Schauplatz nicht, auf welchem er glänzen sollte;
niemals bestieg er die Tribüne.
Die Grundsätze, nach welchen er die Natur betrachtet, spricht er endlich
in einem 1818 herausgegebenen Werke deutlich aus und erklärt seinen Hauptgedanken:
die Organisation der Tiere sei einem allgemeinen, nur hie und da modifizierten
Plan, woher die Unterscheidung derselben abzuleiten sei, unterworfen.
Wenden wir uns nun zu seinem Gegner. Georg Leopold Cuvier, geboren 1769
in dem damals noch württembergischen Mömpelgard; er gewinnt hiebei genauere
Kenntnis der deutschen Sprache und Literatur; seine entschiedene Neigung
zur Naturgeschichte gibt ihm ein Verhältnis zu dem trefflichen Kielmeyer,
welches auch nachher aus der Ferne fortgesetzt wird. Wir erinnern uns,
im Jahr 1797 frühere Briefe Cuviers an den genannten Naturforscher gesehen
zu haben, merkwürdig durch die in den Text charakteristisch und meisterhaft
eingezeichneten Anatomien von durchforschten niedern Organisationen.
Bei seinem Aufenthalt in der Normandie bearbeitet er die Linnéische Klasse
der Würmer, bleibt den Pariser Naturfreunden nicht unbekannt, und Geoffroy
de Saint-Hilaire bestimmt ihn, nach der Hauptstadt zu kommen. Sie verbinden
sich zu der Herausgabe mehrerer Werke zu didaktischen Zwecken, besonders
suchen sie eine Anordnung der Säugetiere zu gewinnen.
Die Vorzüge eines solchen Mannes bleiben ferner nicht unbeachtet; er
wird 1795 bei der Zentralschule zu Paris angestellt und als Mitglied des
Instituts in dessen erste Klasse aufgenommen. Für den Bedarf jener Schule
gibt er im Jahre 1798 heraus: «Tableaux élémentaires de l'histoire
naturelle des animaux», 8.
Er erhält die Stelle eines Professors der vergleichenden Anatomie und
gewinnt sich durch seinen Scharfblick die weite klare Übersicht, durch
einen hellen glänzenden Vortrag den allgemeinsten und lautesten Beifall.
Nach Daubentons Abgang wird ihm dessen Platz beim Colége de France,
und, von Napoleon anerkannt, tritt er zum Departement des öffentlichen
Unterrichts. Als ein Mitglied desselben reist er durch Holland und einen
Teil von Deutschland, durch die als Departemente dem Kaisertum damals
einverleibten Provinzen, die Lehr- und Schulanstalten zu untersuchen;
sein erstatteter Bericht ist beizuschaffen. Vorläufig ward mir bekannt,
er habe darin die Vorzüge deutscher Schulen vor den französischen herauszusetzen
nicht unterlassen.
Seit 1813 wird er zu höhern Staatsverhältnissen berufen, in welchen er
nach der Bourbonen Rückkehr bestätigt wird und bis auf den heutigen Tag
in öffentlicher sowohl als wissenschaftlicher Wirksamkeit fortfährt.
Seine Arbeiten sind unübersehbar; sie umfassen das ganze Naturreich,
und seine Darlegungen dienen auch uns zur Kenntnis der Gegenstände und
zum Muster der Behandlung. Nicht allein das grenzenlose Reich der lebendigen
Organisationen hat er zu erforschen und zu ordnen getrachtet, auch die
längst ausgestorbenen Geschlechter danken ihm ihre wissenschaftliche Wiederauferstehung.
Wie genau er denn auch das ganze menschliche Weltwesen kenne und in die
Charaktere der vorzüglich Mitwirkenden einzudringen vermöge, gewahrt man
in den Ehrendenkmälern, die er verstorbenen Gliedern des Instituts aufzurichten
weiß; wo denn zugleich seine so ausgebreiteten Übersichten aller wissenschaftlichen
Regionen zu erkennen sind.
Verziehen sei das Skizzenhafte dieser biographischen Versuche; hier war
nicht die Rede, die allenfalls Teilnehmenden zu unterrichten, ihnen etwas
Neues vorzulegen, sondern sie nur an dasjenige zu erinnern, was ihnen
von beiden würdigen Männern längst bekannt sein mußte.
Nun aber möchte man wohl fragen: welche Ursache, welche Befugnis hat
der Deutsche, von diesem Streit nähere Kenntnis zu nehmen; ja vielleicht
als Partei sich zu irgendeiner Seite zu gesellen? Darf man aber wohl behaupten,
daß jede wissenschaftliche Frage, wo sie auch zur Sprache komme, jede
gebildete Nation interessiere, wie man denn auch wohl die scientifische
Welt als einen einzigen Körper betrachten darf, so ist hier nachzuweisen,
daß wir diesmal besonders aufgerufen sind.
Geoffroy de Saint-Hilaire nennt mehrere deutsche Männer als mit ihm in
gleicher Gesinnung begriffen; Baron Cuvier dagegen scheint von unsern
deutschen Bemühungen in diesem Felde die ungünstigsten Begriffe sich gebildet
zu haben. Es äußert sich derselbe in einer Eingabe vorn 5. April (Seite
24 in der Note) folgendermaßen: «Ich weiß wohl, ich weiß, daß für gewisse
Geister hinter dieser Theorie der Analogien, wenigstens verworrenerweise,
eine andere sehr alte Theorie sich verbergen mag, die, schon längst widerlegt,
von einigen Deutschen wieder hervorgesucht worden, um das pantheistische
System zu begünstigen, welches sie Naturphilosophie nennen.» Diese Äußerung
Wort für Wort zu kommentieren, den Sinn derselben deutlich zu machen,
die fromme Unschuld deutscher Naturdenker klar hinzulegen, bedürfte es
wohl auch eines Oktavbändchens; wir wollen in der Folge suchen, auf die
kürzeste Weise unsern Zweck zu erreichen.
Die Lage eines Naturforschers wie Geoffroy de Saint-Hilaire ist freilich
von der Art, daß es ihm Vergnügen machen muß, von den Bemühungen deutscher
Forscher einigermaßen unterrichtet zu sein, sich zu überzeugen, daß sie
ähnliche Gesinnungen hegen wie er, daß sie auf demselben Wege sich bemühen
und daß er also von ihrer Seite sich umsichtigen Beifall und, wenn er
es verlangt, hinreichenden Beistand zu erwarten hat. Wie denn überhaupt
in der neuem Zeit es unsern westlichen Nachbarn niemals zu Schaden gedieh,
wenn sie von deutschem Forschen und Bestreben einige Kenntnis nahmen.
Die deutschen Naturforscher, welche bei dieser Gelegenheit genannt werden,
sind: Kielmeyer, Meckel, Oken, Spix, Tiedemann, und zugleich werden unsrer
Teilnahme an diesen Studien dreißig Jahre zugestanden. Allein ich darf
wohl behaupten, daß es über fünfzig sind, die uns schon mit wahrhafter
Neigung an solche Untersuchungen gekettet sehen. Kaum erinnert sich noch
jemand außer mir jener Anfänge, und mir sei gegönnt, hier jener treuen
Jugendforschungen zu erwähnen, wodurch sogar einiges Licht auf gegenwärtige
Streitigkeiten fallen könnte.
«Ich lehre nicht, ich erzähle.» (Montaigne.)
(Zweiter Abschnitt)
«Ich lehre nicht, ich erzähle» - damit schloß ich den ersten Abschnitt
meiner Betrachtungen über das genannte Werk; nun aber find' ich, um den
Standpunkt, woraus ich beurteilt werden möchte, noch näher zu bestimmen,
ratsam, die Worte eines Franzosen hier vorzusetzen, welche besser als
irgend etwas anderes die Art, womit ich mich verständlich zu machen suche,
kürzlich aussprechen möchten.
«Es gibt geistreiche Männer, die eine eigne Art des Vortrags haben; nach
ihrer Weise fangen sie an, sprechen zuerst von sich selbst und machen
sich nur ungern von ihrer Persönlichkeit los. Ehe sie euch die Resultate
ihres Nachdenkens vorlegen, fühlen sie ein Bedürfnis, erst aufzuzählen,
wo und wie dergleichen Betrachtungen ihnen zukamen.»
Werde mir deshalb in diesem Sinne zugegeben, den Gang der Geschichte
jener Wissenschaften, denen ich meine Jahre gewidmet, ohne weitere Anmaßung,
synchronistisch mit meinem Leben, freilich nur im allgemeinsten, zu behandeln.
Hiernach also wäre zu erwähnen, wie früh ein Anklang der Naturgeschichte,
unbestimmt, aber eindringlich, auf mich gewirkt hat. Graf Buffon gab,
gerade in meinem Geburtsjahr 1749, den ersten Teil seiner «Histoire
naturelle» heraus und erregte großen Anteil unter den damals französischer
Einwirkung sehr zugänglichen Deutschen. Die Bände folgten jahrweise, und
so begleitete das Interesse einer gebildeten Gesellschaft mein Wachstum,
ohne daß ich mehr als den Namen dieses bedeutenden Mannes sowie die Namen
seiner eminenten Zeitgenossen wäre gewahr worden.
Graf Buffon, geboren 1707. Dieser vorzügliche Mann hatte eine heitere
freie Übersicht, Lust am Leben und Freude am Lebendigen des Daseins; froh
interessiert er sich für alles, was da ist. Lebemann, Weltmann, hat er
durchaus den Wunsch, im Belehren zu gefallen, im Unterrichten sich einzuschmeicheln.
Seine Darstellungen sind mehr Schilderungen als Beschreibungen; er führt
die Kreatur in ihrer Ganzheit vor, besonders gern in bezug auf den Menschen;
deswegen er diesem die Haustiere gleich folgen läßt. Er bemächtigt sich
alles Bekannten; die Naturforscher nicht allein weiß er zu nutzen, der
Resultate aller Reisenden versteht er sich zu bedienen. Man sieht ihn
in Paris, dem großen Mittelpunkte der Wissenschaften, als Intendanten
des schon bedeutenden königlichen Kabinetts, begünstigt im Äußern, wohlhabend,
in den Grafenstand erhoben und sich auch so vornehm als anmutig gegen
seine Leser betragend.
Auf diesem Standpunkt weiß er sich aus dem Einzelnen das Umfassende zu
bilden, und wenn er auch, was uns hier zunächst berührt, in dein zweiten
Band Seite 544 niederschreibt. «Die Arme des Menschen gleichen auf keine
Weise den Vorderfüßen der Tiere, so wenig als den Flügeln der Vögel»,
so spricht er im Sinne der natürlich hinblickenden, die Gegenstände, wie
sie sind,) aufnehmenden Menge. Aber in seinem Innern entwickelt sichs
besser; denn im vierten Bande Seite 379 sagt er: «Es gibt eine ursprüngliche
und allgemeine Vorzeichnung, die man sehr weit verfolgen kann», und somit
hat er die Grundmaxime der vergleichenden Naturlehre ein- für allemal
festgesetzt.
Man verzeihe diese flüchtigen, fast frevelhaft eilenden Worte, womit
wir einen so verdienten Mann vorüberführen; es ist genug, uns zu überzeugen,
daß ungeachtet der grenzenlosen Einzelheiten, denen er sich hingibt, er
nicht verfehlte, ein Umfassendes anzuerkennen. Gewiß ist: wenn wir jetzt
seine Werke durchgehen, so finden wir, daß er aller Hauptprobleme sich
bewußt war, mit welchen die Naturlehre sich, beschäftigt, ernstlich bemüht,
sie, wenn auch nicht immer glücklich, aufzulösen; dabei leidet die Ehrfurcht,
die wir für ihn empfinden, nicht im mindesten, wenn man einsieht, daß
wir Späteren, als hätten wir manche der dort aufgeworfenen Fragen schon
vollkommen gelöst, nur allzu frühzeitig triumphieren. Dem allem ungeachtet
müssen wir gestehen, daß, wenn er sich eine höhere Ansicht zu gewinnen
suchte, er die Hilfe der Einbildungskraft nicht verschmähte; wodurch denn
freilich der Beifall der Welt merklich zunahm, er aber sich von dem eigentlichen
Element, woraus die Wissenschaft gebildet werden soll, einigermaßen entfernte
und diese Angelegenheiten in das Feld der Rhetorik und Dialektik hinüberzuführen
schien.
Suchen wir in einer so bedeutenden Sache immer deutlicher zu werden.
Graf Buffon wird als Oberaufseher des Jardin du Roi angestellt;
er soll eine Ausarbeitung der Naturgeschichte darauf gründen. Seine Tendenz
geht in das Ganze, insofern es lebt, ineinander wirkt und sich besonders
auf den Menschen bezieht.
Für das Detail bedarf er eines Gehülfen und beruft Daubenton, einen Landsmann.
Dieser faßt die Angelegenheit von der entgegengesetzten Seite, ist ein
genauer scharfer Anatomiker. Dieses Fach wird ihm viel schuldig, allein
er hält sich dergestalt am Einzelnen, daß er auch das Nächstverwandte
nicht aneinander fügen mag.
Leider veranlaßt diese ganz verschiedene Behandlungsart auch zwischen
diesen beiden Männern eine nicht herzustellende Trennung. Wie sie sich
auch mag entschieden haben, genug, Daubenton nimmt seit dem Jahre 1768
keinen Teil mehr an der Buffonschen Naturgeschichte, arbeitet aber emsig
für sich allein fort, und nachdem Buffon im hohen Alter abgegangen, bleibt
der gleichfalls bejahrte Daubenton an seiner Stelle und zieht sich in
Geoffroy de Saint-Hilaire einen jüngern Mitarbeiter heran. Dieser wünscht
sich einen Gesellen und findet ihn in Cuvier. Sonderbar genug, daß sich
in diesen beiden, gleichfalls höchst verdienten Männern im stillen die
gleiche Differenz entwickelt, nur auf einer höheren Stufe. Cuvier hält
sich entschieden und in einem systematisch ordnenden Sinne ans Einzelne;
denn eine größere Übersicht leitet schon und nötigt zu einer Methode der
Aufstellung. Geoffroy, seiner Denkart gemäß, sucht ins Ganze zu dringen,
aber nicht wie Buffon ins Vorhandene, Bestehende, Ausgebildete, sondern
ins Wirkende, Werdende, sich Entwickelnde. Und so nährt sich heimlich
der abermalige Widerstreit und bleibt länger verborgen als der ältere,
indem höhere gesellige Bildung, gewisse Konvenienzen, schweigende Schonungen
den Ausbruch ein Jahr nach dein andern hinhalten, bis denn doch endlich
eine geringe Veranlassung die nach außen und innen künstlich getrennte
Elektrizität der Leidner Flasche, den geheimen Zwiespalt durch eine gewaltige
Explosion offenbart.
Fahren wir jedoch fort, über jene vier so oft genannten und in der Naturwissenschaft
immer wieder zu nennenden Männer unsre Betrachtungen anzustellen, wenn
wir uns auch einigermaßen wiederholen sollten; denn sie sind es, die,
allen übrigen unbeschadet, als Stifter und Beförderer der französischen
Naturgeschichte vorleuchten und den Kern bilden, aus welchem sich so manches
Wünschenswerte glücklich hervortut, seit fast einem Jahrhunderte der wichtigen
Anstalt vorgesetzt, dieselbe vermehrend, benutzend und auf alle Weise
die Naturgeschichte fördernd, die synthetische und analytische Behandlungsweise
der Wissenschaft repräsentierend. Buffon nimmt die Außenwelt, wie er sie
findet, in ihrer Mannigfaltigkeit als ein zusammengehörendes, bestehendes,
in wechselseitigen Bezügen sich begegnendes Ganze. Daubenton, als Anatom,
fortwährend im Trennen und Sondern begriffen, hütet sich, irgend das,
was er einzeln gefunden, mit einem andern zusammenzufügen; sorgfältig
stellt er alles nebeneinander hin, mißt und beschreibt ein jedes für sich.
In demselben Sinne, nur mit mehr Freiheit und Umsicht, arbeitet Cuvier;
ihm ist die Gabe verliehen, grenzenlose Einzelheiten zu bemerken, zu unterscheiden,
untereinander zu vergleichen, sie zu stellen, zu ordnen und sich dergestalt
großes Verdienst zu erwerben.
Aber auch er hat eine gewisse Apprehension gegen eine höhere Methode,
die er denn doch selbst nicht entbehrt und, obgleich unbewußt, dennoch
anwendet, und so stellt er in einem höheren Sinne die Eigenschaften Daubentons
wieder dar. Ebenso möchten wir sagen, daß Geoffroy einigermaßen auf Buffon
zurückweist. Denn wenn dieser die große Synthese der empirischen Weit
gelten läßt und in sich aufnimmt, sich aber zugleich mit allen Merkmalen,
die sich ihm zum Behuf der Unterscheidung darbieten, bekannt macht und
sie benutzt, so tritt Geoffroy bereits der großen abstrakten, von jenem
nur geahnten Einheit näher, erschrickt nicht vor ihr und weiß, indem er
sie auffaßt, ihre Ableitungen zu seinem Vorteil zu nutzen.
Vielleicht kommt der Fall in der Geschichte des Wissens und der Wissenschaft
nicht wieder vor, daß an dem gleichen Ort, auf ebenderselben Stelle, in
bezug auf dieselben Gegenstände, Amt und Pflicht gemäß, durch so lange
Zeit eine Wissenschaft im beständigen Gegensatze von so höchst bedeutenden
Männern wäre gefördert worden, welche, anstatt durch die Einheit der ihnen
vorgelegten Aufgabe sich zu einer gemeinsamen Bearbeitung, wenn auch aus
verschiedenen Gesichtspunkten, einladen zu lassen, nicht durch den Gegenstand,
sondern durch die Art, ihn anzusehen, bis zu feindseligem Widerstreit
hingerissen, gegeneinander auftreten. Ein so merkwürdiger Fall aber muß
uns allen, muß der Wissenschaft selbst zum besten gereichen! Möge doch
jeder von uns bei dieser Gelegenheit sagen, daß Sondern und Verknüpfen
zwei unzertrennliche Lebensakte sind. Vielleicht ist es besser gesagt.
daß es unerläßlich ist, man möge wollen oder nicht, aus dem Ganzen ins
Einzelne, aus dem Einzelnen ins Ganze zu gehen, und je lebendiger diese
Funktionen des Geistes, wie Aus- und Einatmen, sich zusammen verhalten,
desto besser wird für die Wissenschaften und ihre Freunde gesorgt sein.
Wir verlassen diesen Punkt, um darauf wieder zurückzukehren, wenn wir
nur erst von denjenigen Männern gesprochen haben, die in den siebziger
und Achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts uns auf dem eigens eingeschlagenen
Wege förderten.
Petrus Camper, ein Mann von ganz eignem Beobachtungs- und Verknüpfungsgeiste,
der mit dem aufmerksamen Beschauen zugleich eine glückliche Nachbildungsgabe
verband und so, durch Reproduktion des Erfahrenen, dieses in sich selbst
belebte und sein Nachdenken durch Selbsttätigkeit zu schärfen wußte.
Seine großen Verdienste sind allgemein anerkannt; ich erwähne hier nur
seiner Faciallinie, wodurch das Vorrücken der Stirn, als Gefäß des geistigen
Organs, über die untere, mehr tierische Bildung anschaulicher und dem
Nachdenken angeeigneter worden.
Geoffroy gibt ihm das herrliche Zeugnis (Seite 149 in der Note): «Ein
weitumfassender Geist, hochgebildet und immerfort nachdenkend; er hatte
von der Übereinstimmung organischer Systeme ein so lebhaftes und tiefes
Gefühl, daß er mit Vorliebe alle außerordentlichen Fälle aufsuchte, wo
er einen Anlaß fände, sich mit Problemen zu beschäftigen, eine Gelegenheit,
Scharfsinn zu üben, um sogenannte Anomalien auf die Regel zurückzuführen.»
Und was ließe sich nicht alles hinzufügen, wenn hier mehr als Andeutung
sollte geliefert werden!
Hier möchte nun der Ort sein zu bemerken, daß der Naturforscher auf diesem
Wege am ersten und leichtesten den Wert, die Würde des Gesetzes, der Regel
erkennen lernt. Sehen wir immerfort nur das Geregelte. so denken wir,
es müsse so sein, von jeher sei es also bestimmt und deswegen stationär.
Sehen wir aber die Abweichungen, Mißbildungen, ungeheure Mißgestalten,
so erkennen wir, daß die Regel zwar fest und ewig, aber zugleich lebendig
sei, daß die Wesen zwar nicht aus derselben heraus, aber doch innerhalb
derselben sich ins Unförmliche umbilden können, jederzeit aber, wie mit
Zügeln zurückgehalten, unausweichliche Herrschaft des Gesetzes anerkennen
müssen.
Samuel Thomas Sömmerring ward durch Camper angeregt. Ein höchst fähiger,
zum Schauen, Bemerken, Denken aufgeweckter lebendiger Geist. Seine Arbeit
über das Gehirn und der höchst sinnige Ausspruch: der Mensch unterscheide
sich von den Tieren hauptsächlich dadurch, daß die Masse seines Gehirns
den Komplex der übrigen Nerven in einem hohen Grad überwiege, welches
bei den übrigen Tieren nicht statthabe, war höchst folgereich.
Und was gewann nicht in jener empfänglichen Zeit der gelbe Fleck im Mittelpunkte
der Retina für eine Teilnahme! Wieviel wurden in der Folge die Sinnesorgane,
das Auge, das Ohr, seinem Einblick, seiner nachbildenden Hand schuldig!
Sein Umgang, ein briefliches Verhältnis zu ihm war durchaus erweckend
und fördernd. Ein neues Faktum, eine frische Ansicht, eine tiefere Erwägung
wurden mitgeteilt und jede Wirksamkeit angeregt. Alles Aufkeimende entwickelte
sich schnell, und eine frische Jugend ahnte die Hindernisse nicht, die
sich ihr entgegenzustellen auf dem Wege waren.
Johann Heinrich Merck, als Kriegszahlmeister im Hessen-Darmstädtischen
angestellt verdient auf alle Weise hier genannt zu werden. Er war ein
Mann von unermüdeter geistiger Tätigkeit, die sich nur deswegen nicht
durch bedeutende Wirkungen auszeichnete, weil er, als talentvoller Dilettant,
nach allen Seiten hingezogen und getrieben wurde. Auch er ergab sich der
vergleichenden Anatomie mit Lebhaftigkeit, wo ihm denn auch ein zeichnerisches
Talent, das sich leicht und bestimmt auszudrücken wußte, glücklich zu
Hilfe kam.
Die eigentliche Veranlassung jedoch hierzu gaben die merkwürdigen Fossilien,
auf die man in jener Zeit erst eine wissenschaftliche Aufmerksamkeit richtete
und welche mannigfaltig und wiederholt in der Flußregion des Rheins ausgegraben,
wurden. Mit habsüchtiger Liebhaberei bemächtigte er sich mancher vorzüglichen
Exemplare, deren Sammlung nach seinem Ableben in das Großherzoglich Hessische
Museum geschafft und eingeordnet und auch daselbst durch den einsichtigen
Kustos v. Schleiermacher sorgfältig verwahrt und vermehrt werden.
Mein inniges Verhältnis zu beiden Männern steigerte zuerst bei persönlicher
Bekanntschaft, sodann durch fortgesetzte Korrespondenz meine Neigung zu
diesen Studien deshalb suchte ich, meiner angebornen Anlage gemäß, vor
allen Dingen nach einem Leitfaden oder, wie man es auch nennen möchte,
nach einem Punkt, wovon man ausginge, eine Maxime, an der man sich halten,
einen Kreis, aus welchem nicht abzuirren wäre.
Ergeben sich nun heutigestags in unserem Felde auffallende Differenzen,
so ist nichts natürlicher, als daß diese damals sich noch mehr und öfter
hervortun mußten, weil jeder, von seinem Standpunkt ausgehend, jedes zu
seinen Zwecken, alles zu allem nützlich anzuwenden bemüht war.
Bei der vergleichenden Anatomie im weitesten Sinne, insofern sie eine
Morphologie begründen sollte, war man denn doch immerfort so mit den Unterschieden
wie mit den Übereinstimmungen beschäftigt. Aber ich bemerkte gar bald,
daß man sich bisher ohne Methode nur in die Breite bemüht habe; man verglich,
wie es gerade vorkam, Tier mit Tier, Tiere mit Tieren, Tiere mit Menschen,
woraus eine unübersehbare Weitläufigkeit und eine sinnebetäubende Verworrenheit
entstand, indem es teils allenfalls paßte, teils aber ganz und gar sich
nicht fügen wollte.
Nun legt ich die Bücher beiseite und ging unmittelbar an die Natur, an
ein übersehbares Tierskelett; die Stellung auf vier Füßen war die entschiedenste,
und ich fing an, von vorne nach hinten, der Ordnung nach, zu untersuchen.
Hier fiel der Zwischenknochen vor allen, als der vorderste, in die Augen,
und ich betrachtete ihn daher durch die verschiedensten Tiergeschlechter.
Aber ganz andere Betrachtungen wurden eben dazumal rege. Die nahe Verwandtschaft
des Affen zu dem Menschen nötigte den Naturforscher zu peinlichen Überlegungen,
und der vortreffliche Camper glaubte den Unterschied zwischen Affen und
Menschen darin gefunden zu haben, daß jenem ein Zwischenknochen der oberen
Kinnlade zugeteilt sei, diesem aber ein solcher fehle.
Ich kann nicht ausdrücke n, welche schmerzliche Empfindung es mir war,
mit demjenigen in entschiedenem Gegensatz zu stehen, dem ich so viel schuldig
geworden, dem ich mich zu nähern, mich als seinen Schüler zu bekennen,
von dem ich alles zu lernen hoffte.
Wer sich meine damaligen Bemühungen zu vergegenwärtigen die Absicht hätte,
findet, was schriftlich verfaßt worden, in dem ersten Bande dessen, was
ich zur Morphologie geliefert habe, und welche Mühe man sich gegeben,
auch bildlich, worauf doch alles ankommt, die verschiedenen abweichenden
Gestalten jenes Knochens zu verzeichnen, läßt sich nunmehr aus den Verhandlungen
der Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher
ersehen, wo sowohl der Text wieder abgedruckt, als die dazu gehörigen,
lange Jahre im verborgenen gebliebenen Tafeln freundlichst aufgenommen
worden. Beides findet sich in der ersten Abteilung des fünfzehnten Bandes
(Seite 788 ff. dieses Bandes).
Doch ehe wir jenen Band aufschlagen, hab ich noch etwas zu erzählen,
zu bemerken und zu bekennen, welches, wenn es auch nicht von großer Bedeutung
wäre, doch unseren strebenden Nachkommen zum Vorteil gereichen kann.
Nicht allein die ganz frische Jugend, sondern auch der schon herangebildete
Mann wird, sobald ihm ein prägnanter folgerechter Gedanke aufgegangen,
sich mitteilen, bei andern eine gleiche Denkweise anregen wollen.
Ich merkte daher den Mißgriff nicht, da ich die Abhandlung, die man soeben
finden wird, ins Lateinische übersetzt, mit teils umrissenen, teils ausgeführten
Zeichnungen ausgestattet, an Peter Camper zu übersenden die unbesonnene
Gutmütigkeit hatte. Ich erhielt darauf eine sehr ausführliche, wohlwollende
Antwort, worin er die Aufmerksamkeit, die ich diesen Gegenständen geschenkt,
höchlich lobte, die Zeichnungen zwar nicht mißbilligte, wie aber solche
Gegenstände besser von der Natur anzunehmen seien, guten Rat erteilte
und einige Vorteile zu beachten gab. Er schien sogar über diese Bemühung
etwas verwundert, fragte, ob ich dieses Heft etwa abgedruckt haben wollte,
zeigte die Schwierigkeiten wegen der Kupfer umständlich an, auch die Mittel,
sie zu überwinden. Genug, er nahm als Vater und Gönner allen billigen
Anteil an der Sache.
Aber davon war nicht die geringste Spur, daß er meinen Zweck bemerkt
habe, seiner Meinung entgegenzutreten und irgend etwas anderes als ein
Programm zu beabsichtigen. Ich erwiderte bescheiden und erhielt noch einige
ausführliche wohlwollende Schreiben, genau besehen nur materiellen Inhalts,
die sich aber keineswegs auf meinen Zweck bezogen, dergestalt, daß ich
zuletzt, da diese eingeleitete Verbindung nichts fördern konnte, sie ruhig
fallen ließ, ohne jedoch daraus, wie ich wohl hätte sollen, die bedeutende
Erfahrung zu schöpfen, daß man einen Meister nicht von seinem Irrtum überzeugen
könne, weil er ja in seine Meisterschaft aufgenommen und dadurch legitimiert
ward.
Verloren sind leider, mit so vielen andern Dokumenten, jene Briefe, welche
den tüchtigen Zustand jenes hohen Mannes und zugleich meine gläubige jüngerhafte
Deferenz sehr lebhaft vergegenwärtigen müßten.
Aber noch ein anderes Mißgeschick betraf mich. ein ausgezeichneter Mann,
Johann Friedrich Blumenbach, der sich mit Glück der Naturwissenschaft
gewidmet, auch besonders die vergleichende Anatomie durchzuarbeiten begonnen,
trat in seinem Kompendium derselben auf Campers Seite und sprach dem Menschen
den Zwischenknochen ab. Meine Verlegenheit wurde dadurch aufs höchste
gesteigert, indem ein schätzbares Lehrbuch, ein vertrauenswürdiger Lehrer
meine Gesinnungen, meine Absichten durchaus beseitigen sollte.
Aber ein so geistreicher, fort untersuchender und denkender Mann konnte
nicht immer bei einer vorgefaßten Meinung verharren, und ich bin ihm,
bei traulichen Verhältnissen, über diesen Punkt wie über viele andere
eine teilnehmende Belehrung schuldig geworden, indem er mich benachrichtigte,
daß der Zwischenknochen bei wasserköpfigen Kindern von der obern Kinnlade
getrennt, auch bei dem doppelten Wolfsrachen als krankhaft abgesondert
sich manifestiere.
Nun aber kann ich jene damals mit Protest zurückgewiesenen Arbeiten,
welche so viele Jahre im stillen geruht, hervorrufen und für dieselben
mir einige Aufmerksamkeit erbitten.
Auf die erwähnten Abbildungen habe ich mich zunächst, vollkommenen Deutlichkeit
wegen, zu berufen, noch mehr aber auf das d'Altonische große osteologische
Werk hinzudeuten, wo eine weit größere, freiere, ins Ganze gehende Übersicht
zu gewinnen ist.
Bei allem diesem aber hab ich Ursache, den Leser zu ersuchen, sämtliches
bisher Gesagte und noch zu Sagende als mittelbar oder unmittelbar bezüglich
auf den Streit jener beiden trefflichen französischen Naturforscher, von
welchem gegenwärtig immer die Rede bleibt, durchaus anzusehn.
Sodann darf ich voraussetzen, man werde jene soeben bezeichneten Tafeln
vor sich zu nehmen und sie mit uns durchzugehen geneigt sein.
Sobald man von Abbildungen spricht, versteht sich, daß eigentlich von
Gestalt gehandelt werde; im gegenwärtigen Falle aber sind wir unmittelbar
auf die Funktion der Teile hingewiesen; denn die Gestalt steht in bezug
auf die ganze Organisation, wozu der Teil gehört, und somit auch auf die
Außenwelt, von welcher das vollständig organisierte Wesen als ein Teil
betrachtet werden muß. In diesem Sinne also gehen wir ohne Bedenken weiter
zu Werke.
Auf der ersten Tafel sehen wir diesen Knochen, welchen wir als den vordersten
des ganzen Tierbaues erkennen, auf verschiedene Weise gestaltet; eine
nähere Betrachtung läßt uns bemerken, daß durch ihn die nötigste Nahrung
dem Tiere zugeeignet werde: so verschieden daher die Nahrung, so verschieden
wird auch dieses Organ gestaltet sein. Bei dem Reh finden wir einen leichten,
zahnlosen, knöchernen Bügel, um Grashalme und Blattzweige mäßig abzurupfen.
An dem Ochsen sehen wir ungefähr dieselbige Gestalt, nur breiter, plumper,
kräftiger, nach Maßgabe der Bedürfnisse des Geschöpfes. In der dritten
Figur haben wir das Kamel, welches schafartig eine gewisse beinah monstrose
Unentschiedenheit zeigt, so daß der Zwischenknochen von der obern Kinnlade,
Schneidezahn vom Eckzahn kaum zu unterscheiden sind.
Auf der zweiten Tafel zeigt sich das Pferd mit einem bedeutenden Zwischenknochen,
sechs abgestumpfte Schneidezähne enthaltend; der hier, bei einem jungen
Subjekt, unentwickelte Eckzahn ist der obern Kinnlade vollkommen zugeeignet.
Bemerkenswert ist an der zweiten Figur derselben Tafel die obere Kinnlade
des Sus babirussa, von der Seite betrachtet; hier sieht man in der obern
Kinnlade den wunderbaren Eckzahn ganz eigentlich enthalten, indem dessen
Alveole an den schweinartig bezahnten Zwischenkiefer kaum anstreift und
nicht die mindeste Einwirkung auf denselben bemerken läßt.
Auf der dritten Tafel schenken wir unsre Aufmerksamkeit der dritten Figur,
dem Wolfsgebiß. Der vorgeschobene, mit sechs tüchtigen scharfen Schneidezähnen
versehene Zwischenknochen unterscheidet sich an Figur b durch eine Sutur
sehr deutlich von der obern Kinnlade und läßt, obgleich sehr vorgeschoben,
die genaue Nachbarschaft mit dem Eckzahne ersehen. Das Löwengebiß, mehr
zusammengezogen, zahnkräftiger und gewaltsamer, zeigt jene Unterscheidung
und Nachbarschaft noch genauer. Des Eisbärs gleiches Vordergebiß, mächtig,
aber unbehilflich, plump, eine charakterlose Bildung, auf alle Fälle weniger
zum Ergreifen als zum Zerknirschen fähig, die Canales palatini breit und
offen; von jener Sutur aber keine Spur, die man jedoch im Geiste zeichnen
und ihr den Lauf anweisen wird.
Auf der vierten Tafel Trichechus rosmarus gibt zu mancherlei Betrachtungen
Anlaß. Das große Übergewicht der Eckzähne gebietet dem Zwischenknochen
zurückzutreten, und das widerwärtige Geschöpf erhält dadurch ein menschenähnliches
Ansehn. Fig. 1, eines schon erwachsenen Tieres verkleinerte Abzeichnung,
läßt den abgesonderten Zwischenknochen deutlich sehen; auch beobachtet
man, wie die mächtige, in der obern Kinnlade gegründete Wurzel bei fortwachsendem
Hinaufstreben eine Art Geschwulst auf der Wangenfläche hervorbrachte.
Die Figuren 2 und 3 sind nach einem jungen Tiere gleicher Größe gebildet.
Bei diesem Exemplar ließ sich der Zwischenknochen völlig von der obern
Kinnlade sondern, da alsdann der Eckzahn in seiner der obern Kinnlade
ganz allein angehörigen Alveole ungestört zurückbleibt.
Nach allem diesem dürfen wir kühnlich behaupten, daß der große Elefantenzahn
gleichfalls in der obern Kinnlade wurzle; wobei wir zu bedenken haben,
daß bei der ungeheuren Forderung, die hier an die obere Kinnlade geschieht,
der benachbarte Zwischenknochen wo nicht zur Bildung der ungeheuren Alveolen,
doch zu deren Verstärkung eine Lamelle hergeben sollte.
So viel haben wir bei sorgfältiger Untersuchung mehrerer Exemplare auszufinden
geglaubt, wenn auch schon die im 14. Bande vorgestellten Schädelabbildungen
hierin keine Entscheidung herbeiführen.
Denn hier ist es, wo uns der Genius der Analogie als Schutzengel zur
Seite stehen möge, damit wir eine an vielen Beispielen erprobte Wahrheit
nicht in einem einzigen zweifelhaften Fall verkennen, sondern auch da
dem Gesetz gebührende Ehre erweisen, wo es sich uns in der Erscheinung
entziehen möchte.
Auf der fünften Tafel ist Affe und Mensch einander entgegengestellt.
Was den letzteren betrifft, so ist, nach einem besondern Präparat, Trennung
und Verschmelzung des gedachten Knochens deutlich genug angegeben. Vielleicht
wären beide Gestalten als Ziel der ganzen Abhandlung mannigfaltiger und
klarer abzubilden und gegeneinander zu stellen gewesen. Aber gerade zuletzt,
in der prägnantesten Zeit, stockte Neigung und Tätigkeit in jenem Fache,
so daß wir schon dankbar anerkennen müssen, wenn eine hochzuverehrende
Sozietät der Naturforscher diese Fragmente ihrer Aufmerksamkeit würdigen
und das Andenken redlicher Bemühungen indem unzerstörbaren Körper ihrer
Akten aufbewahren wollen.
Noch aber müssen wir unsre Leser um fortgesetzte Aufmerksamkeit bitten,
denn, von Herrn Geoffroy selbst veranlaßt, haben wir noch ein anderes
Organ in eben diesem Sinne zu betrachten.
Die Natur bleibt ewig respektabel, ewig bis auf einen gewissen Punkt
erkennbar, ewig dem Verständigen brauchbar. Sie wendet uns gar mannigfaltige
Seiten zu; was sie verbirgt, deutet sie wenigstens an, dem Beobachter
wie dem Denker gibt sie vielfältigen Anlaß, und wir haben Ursache, kein
Mittel zu verschmähen, wodurch ihr Äußeres schärfer zu bemerken und ihr
Inneres gründlich zu erforschen ist. Wir nehmen daher zu unsern Zwecken
ohne weiteres die Funktion in Schutz.
Funktion, recht begriffen, ist das Dasein in Tätigkeit gedacht, und so
beschäftigen wir uns, von Geoffroy selbst aufgerufen, mit dem Arme des
Menschen, mit den Vorderfüßen des Tieres.
Ohne gelehrt scheinen zu wollen, beginnen wir von Aristoteles, Hippokrates
und Galen, nach dem Bericht des letzteren. Die heiteren Griechen schrieben
der Natur einen allerliebsten Verstand zu. Habe sie doch alles so artig
eingerichtet, daß man das Ganze immer vollkommen finden müsse. Den kräftigen
Tieren verleihe sie Klauen und Hörner, den schwächeren leichte Beine.
Der Mensch aber sei besonders versorgt durch seine vieltätige Hand, wodurch
er statt Hörner und Klauen sich Schwert und Spieß anzuschaffen wisse.
Ebenso ist der Zweck, warum der Mittelfinger länger sei als die übrigen,
recht lustig zu vernehmen.
Wollen wir jedoch nach unsrer Art weiter fortschreiten, müssen wir das
große d'Altonische Werk vor uns legen und aus dessen Reichtum die Belege
zu unsern Betrachtungen entnehmen.
Den Vorderarm des Menschen, die Verbindung desselben mit der Hand, und
welche Wunder hier geleistet werden, nehmen wir als allgemein bekannt
an. Es ist nichts Geistiges, was nicht in diesen Bereich fiele.
Betrachte man hiernach die reißenden Tiere, wie ihre Klauen und Krallen
nur zum Aneignen der Nahrung geschickt und geschäftig sind und wie sie,
außer einigem Spieltrieb, dem Zwischenknochen untergeordnet und die Knechte
des Freßwerkzeugs bleiben.
Die fünf Finger sind bei dem Pferde in einen Huf geschlossen; wir sehen
dies in geistiger Anschauung, wenn uns nicht auch einmal durch irgendeine
Monstrosität die Teilbarkeit des Hufes in Finger davon überzeugte. Dieses
edle Geschöpf bedarf keines gewaltsamen Ansichreißens seiner Nahrung;
eine luftige, nicht allzu feuchte Weide befördert sein freies Dasein,
welches eigentlich nur einer grenzenlosen Bewegung von, hin- und herschwärmendem
behaglichem Mutwillen geeignet zu sein scheint; welche Naturbestimmung
denn auch der Mensch zu nützlichen und leidenschaftlichen Zwecken gar
wohl zu gebrauchen weiß.
Betrachten wir nun diesen Teil aufmerksam durch die verschiedensten Tiergattungen,
so finden wir, daß die Vollkommenheit desselben und seiner Funktionen
zunimmt und abnimmt, je nachdem Pronation und Supination mehr oder weniger
leicht und vollständig ausgeübt werden kann. Solchen Vorteil besitzen
in mehr oder minderem Grade gar viele Tiere; da sie aber den Vorderarrn
notwendig zum Stehen und Fortschreiten benutzen, so existieren sie die
meiste Zeit in der Pronation, und da auf diese Weise der Radius mit dem
Daumen, welchem er organisch verbunden ist, nach innen gekehrt wird, so
wird derselbe, als den eigentlichen Schwerpunkt bezeichnend, nach Beschaffenheit
der Umstände bedeutender, ja zuletzt fast alleinig an seiner Stelle.
Zu den, beweglichsten Vorderarmen und den geschicktesten Händen können
wir wohl die des Eichhörnchens und verwandter Nagetiere zählen. Ihr leichter
Körper, insofern er zur aufrechten Stellung mehr oder weniger gelangt,
und die hüpfende Bewegung lassen die Vorderhände nicht plump werden. Es
ist nichts anmutiger anzusehn als das Eichhörnchen, das einen Tannzapfen
abschält: die mittlere Säule wird ganz rein weggeworfen, und es wäre wohl
der Beobachtung wert, ob diese Geschöpfe nicht die Samenkörner in der
Spiralfolge, wie sie sich entwickelt haben, abknuspern und sich zueignen.
Hier können wir schicklich der beiden vorstehenden Nagezähne dieser Familie
gedenken, die, im Zwischenknochen enthalten, auf unsern Tafeln nicht dargestellt
worden, aber desto mannigfaltiger in den d'Altonischen Heften vorgeführt
sind.
Höchst merkwürdig scheint es zu sein, daß, durch eine geheimnisvolle
Übereinstimmung, bei vollkommener Tätigkeit der Hand auch zugleich die
Vorderzähne eine höhere Kultur bekommen. Denn während diese bei andern
Tieren die Nahrung ergreifen, so wird sie hier von den Händen auf geschickte
Weise zum Mund gebracht, wodurch nunmehr die Zähne bloß zum Nagen determiniert
werden und so dieses einigermaßen technisch wird.
Hier aber werden wir in Versuchung geführt, jenes oben ausgesprochene
griechische Diktum nicht sowohl zu wiederholen, als weiterschreitend abzuändern.
«Die Tiere werden von ihren Gliedern tyrannisiert», möchten wir sagen,
indem sie sich zwar derselben zu Verlängerung und Fortpflanzung ihres
Daseins ohne weiteres bedienen; da jedoch die Tätigkeit einer jeden solchen
Bestimmung, auch ohne Bedürfnis, immer fortwährt, so müssen deshalb die
Nagetiere, wenn sie gesättigt sind, zu zerstören anfangen, bis endlich
diese Tendenz durch den Biber ein Analogon vernünftiger Architektonik
hervorbringt.
Doch auf diese Weise dürfen wir nicht fortfahren, weil wir uns ins Grenzenlose
verlieren müßten; deswegen wir uns kurz zusammenfassen.
Wie das Tier sich immer weiter zum Stehen und Gehen bestimmt fühlt, desto
mehr wird der Radius an Kraft zunehmen, dem Körper der Ulna von seiner
Masse abziehen, so daß diese zuletzt fast verschwindet und nur das Olekranon
als notwendigste Artikulation mit dem Oberarme übrigbleibt. Gehe man die
vorliegenden d'Altonischen Bildnisse durch, so wird man hierüber gründliche
Betrachtungen anstellen und immer zuletzt an diesem Teil und anderen das
Dasein, das sich durch die Gestalt hervortut, in lebendiger, verhältnismäßiger
Funktion erblicken.
Nun aber haben wir des Falles zu gedenken, wo noch hinreichende Andeutung
des Organs übrig ist, auch da, wo alle Funktion völlig aufhört, welches
uns auf einer neuen Seite in die Geheimnisse der Natur zu dringen befähigt.
Man nehme das Heft d'Altons des jüngeren, die straußartigen Vögel vorstellend,
zur Hand und betrachte von der ersten bis zur vierten Tafel, vom Skelette
des Straußes bis zu dem des neuholländischen Kasuars, und bemerke, wie
sich der Vorderarm stufenweise zusammenzieht und vereinfacht.
Ob nun gleich dieses Organ, welches den Menschen eigentlich zum Menschen,
den Vogel zum Vogel macht, zuletzt auf das sonderbarste abbreviert erscheint,
daß man dasselbe als eine zufällige Mißbildung ansprechen könnte, so sind
doch die sämtlichen einzelnen Gliedmaßen daran gar wohl zu unterscheiden;
das Analogon ihrer Gestalt ist nicht zu verkennen, ebensowenig, wie weit
sie sich erstrecken, wo sie sich einfügen und, obgleich die vordersten
sich an Zahl verringern, die überbleibenden ihre bestimmte Nachbarschaft
nicht aufgeben.
Diesen wichtigen Punkt, den man bei Untersuchung der höheren tierischen
Osteologie ins Auge fassen muß, hat Geoffroy vollkommen richtig eingesehen
und entschieden ausgedrückt: daß man irgendeinen besondern Knochen, der
sich uns zu verbergen scheint, am sichersten innerhalb der Grenzen seiner
Nachbarschaft entdecken könne.
Von einer andern Hauptwahrheit, die sich hier unmittelbar anschließt,
ist er gleichfalls durchdrungen: daß nämlich die haushälterische Natur
sich einen Etat, ein Budget vorgeschrieben, in dessen einzelnen Kapiteln
sie sich die vollkommenste Willkür vorbehält, in der Hauptsumme jedoch
sich völlig treu bleibt, indem, wenn an der einen Seite zuviel ausgegeben
worden, sie es der andern abzieht und auf die entschiedenste Weise sich
ins Gleiche stellt. Diese beiden sichern Wegweiser, denen unsre Deutschen
seit so manchen Jahren soviel verdanken, sind von Herrn Geoffroy dergestalt
anerkannt, daß sie ihm auf seinem wissenschaftlichen Lebensgange jederzeit
die besten Dienste leisten; wie sie denn überhaupt den traurigen Behelf
der Endursachen völlig beseitigen werden.
So viel sei genug, um anzudeuten, daß wir keine Art der Manifestation
des labyrinthischen Organismus außer acht lassen dürfen, wenn wir durch
Anschauung des Äußeren zur Einsicht in das Innerste gelangen wollen.
Aus dem bisher Verhandelten ist ersichtlich, daß Geoffroy zu einer hohen,
der Idee gemäßen Denkweise gelangt sei. Leider bietet ihm seine Sprache
auf manchen Punkten nicht den richtigen Ausdruck, und da sein Gegner sich
im gleichen Falle befindet, so wird dadurch der Streit unklar und verworren.
Wir wollen suchen, diesen Umstand bescheidentlich aufzuklären. Denn wir
möchten diese Gelegenheit nicht versäumen, bemerklich zu machen, wie ein
bedenklicher Wortgebrauch bei französischen Vorträgen, ja bei Streitigkeiten
vortrefflicher Männer zu bedeutenden Irrungen Veranlassung gibt. Man glaubt
in reiner Prosa zu reden, und man spricht schon tropisch; den Tropen wendet
einer anders an als der andere, führt ihn in verwandtem Sinne weiter,
und so wird der Streit unendlich und das Rätsel unauflöslich.
Matériaux. Dieses Wortes bedient man sich, um die Teile eines
organischen Wesens auszudrücken, die zusammen entweder ein Ganzes oder
einen untergeordneten Teil des Ganzen ausmachen. In diesem Sinne würde
man den Zwischenknochen, die obere Kinnlade, das Gaumenbein Materialien
nennen, woraus das Gewölbe des Rachens zusammengesetzt ist; ebenso den
Knochen des Oberarms, die beiden des Vorderarms und die mannigfaltigen
der Hand als Materialien betrachten, woraus der Arm des Menschen, der
Vorderfuß des Tieres zusammengesetzt ist.
Im allgemeinsten Sinne bezeichnen wir aber durch das Wort Materialien
unzusammenhängende, wohl auch nicht zusammengehörige, ihre Bezüge durch
willkürliche Bestimmung erhaltende Körper. Balken, Bretter, Latten sind
Materialien einer Art, aus denen man gar mancherlei Gebäude und so denn
auch zum Exempel ein Dach zusammenfügen kann. Ziegel, Kupfer, Blei, Zink
haben mit jenen gar nichts gemein und werden doch nach Umständen das Dach
abzuschließen nötig.
Wir müssen daher dem französischen Wort matériaux einen viel höheren
Sinn unterlegen, als ihm zukommt, ob es gleich ungern geschieht, weil
wir die Folgen voraussehen.
Composition. Ein gleichfalls unglückliches Wort, mechanisch mit
dem vorigen mechanischen verwandt. Die Franzosen haben solches, als sie
über Künste zu denken und zu schreiben anfingen, in unsre Kunstlehren
eingeführt; denn, so heißt es, der Maler komponiere sein Gemälde; der
Musikus wird sogar ein- für allemal Komponist genannt, und doch, wenn
beide den wahren Namen eines Künstlers verdienen wollen, so setzen sie
ihre Werke nicht zusammen, sondern sie entwickeln irgendein innewohnendes
Bild, einen höhern Anklang natur- und kunstgemäß.
Ebenso wie in der Kunst, ist, wenn von der Natur gesprochen wird, dieser
Ausdruck herabwürdigend. Die Organe komponieren sich nicht als vorher
fertig, sie entwickeln sich aus- und aneinander zu einem notwendigen,
ins Ganze greifenden Dasein. Da mag denn von Funktion, Gestalt, Farbe,
Maß, Masse, Gewicht oder von andem Bestimmungen, wie sie heißen mögen,
die Rede sein, alles ist beim Betrachten und Forschen zulässig; das Lebendige
geht ungestört seinen Gang, pflanzt sich weiter, schwebt, schwankt und
erreicht zuletzt seine Vollendung.
Embranchement ist gleichfalls ein technisches Wort des Zimmerhandwerks
und drückt aus: die Balken und Sparren in- und aneinander zu fügen. Ein
Fall, wo dieses Wort zulässig und ausdrücklich erscheint, ist, wenn es
gebraucht wird, um die Verzweigung einer Straße in mehrere zu bezeichnen.
Wir glauben hier im einzelnen sowie im ganzen die Nachwirkung jener Epoche
zu sehen, wo die Nation dem Sensualismus hingegeben war, gewohnt, sich
materieller, mechanischer, atomistischer Ausdrücke zu bedienen; da denn
der forterbende Sprachgebrauch zwar im gemeinen Dialog hinreicht, sobald
aber die Unterhaltung sich ins Geistige erhebt, den höheren Ansichten
vorzüglicher Männer offenbar widerstrebt.
Noch ein Wort führen wir an, das Wort plan. Weil sich, um die
Materialien wohl zu komponieren, eine gewisse voraus überdachte Anordnung
nötig macht, so bedienen jene sich des Wortes plan, werden aber
sogleich dadurch auf den Begriff eines Hauses, einer Stadt geleitet, welche,
noch so vernünftig angelegt, immer noch keine Analogie zu einem organischen
Wesen darbieten können. Dennoch brauchen sie, unbedacht, Gebäude und Straßen
als Gleichnis; da denn sogleich der Ausdruck unité du plan zum
Mißverständnisse, zum Hin- und Widersprechen Anlaß gibt und die Frage,
worauf alles ankommt, durchaus verdüstert wird.
Unité du type würde die Sache schon näher auf den rechten Weg
geleitet haben, und dies lag so nahe, indem sie das Wort type im
Kontext der Rede gar wohl zu brauchen wissen, da es eigentlich obenanstehen
und zur Ausgleichung des Streites beitragen sollte.
Wiederholen wir zunächst nur, daß Graf Buffon schon im Jahre 1753 drucken
läßt, er bekenne sich zu einem dessin primitif et général - qu'on peut
suivre trés loin - sur lequel tout semble avoir été conçu. Tome IV, pag.
379.
«Was bedarf es weiter Zeugnis?»
Hier aber möchte es der Ort sein, zu der Streitigkeit, von der wir ausgingen,
wieder zurückzukehren und ihre Folgen nach der Zeitreihe, insofern es
uns möglich ward, vorzutragen.
Erinnern wird man sich, daß dasjenige Heft, welches unser Vorstehendes
veranlaßte, vom 15. April 1830 datiert ist. Die sämtlichen Tagesblätter
nehmen sogleich Kenntnis von der Sache und sprechen sich für und dawider
aus.
Im Monat Juni bringen die Herausgeber der «Revue encyclopédique» die
Angelegenheit zur Sprache, nicht ohne Gunst für Geoffroy. Sie erklären
dieselbe für europäisch, das heißt in- und außerhalb des wissenschaftlichen
Kreises bedeutend. Sie rücken einen Aufsatz des vorzüglichen Mannes in
extenso ein, welcher allgemein bekannt zu sein verdient, da er, kurz und
zusammengefaßt, wie es eigentlich gemeint sei, ausspricht.
Wie leidenschaftlich der Streit behandelt werde, sieht man daraus, daß
am 19. Juli, wo die politische Gärung schon einen hohen Grad erreicht
hatte, diese weit abliegende wissenschaftlich-theoretische Frage solche
Geister beschäftigt und aufregt.
Dem sei nun, wie ihm sei, wir werden durch diese Kontroverse auf die
innern besondern Verhältnisse der Französischen Akademie der Wissenschaften
hingewiesen; denn daß diese innere Mißhelligkeit nicht eher laut geworden,
davon mag folgendes wohl die Ursache gewesen sein.
In den früheren Zeiten waren die Sitzungen der Akademie geschlossen,
nur die Mitglieder fanden sich ein und diskutierten über Erfahrungen und
Meinungen. Nach und nach ließ man Freunde der Wissenschaften als Zuhörer
freundlich herein, andere Zudringende konnten in der Folge nicht wohl
abgehalten werden, und so sah man sich endlich in Gegenwart eines bedeutenden
Publikums.
Wenn wir den Weltlauf mit Sorgfalt betrachten, so erfahren wir, daß alle
öffentlichen Verhandlungen, sie mögen religiös, politisch oder wissenschaftlich
sein, früher oder später durchaus formell werden.
Die französischen Akademisten enthielten sich deshalb, wie in guter Gesellschaft
herkömmlich, aller gründlichen und zugleich heftigen Kontroverse; man
diskutierte nicht über die Vorträge, sie wurden an Kommissionen zur Untersuchung
gegeben und nach deren Gutachten behandelt, worauf denn einem oder dem
andern Aufsatz die Ehre widerfuhr, in die Memoiren der Akademie aufgenommen
zu werden. So viel ist es, was uns im allgemeinen bekannt geworden.
Nun aber wird in unserem Falle gemeldet, die einmal ausgebrochene Streitigkeit
werde auch auf ein solches Herkommen bedeutenden Einfluß haben.
In der Akademiesitzung vorn 19. Juli vernehmen wir einen Nachklärung
jener Differenzen, und nun kommen sogar die beiden perpetuierlichen Sekretäre
Cuvier und Arago in Konflikt.
Bisher war, wie wir vernommen haben, die Gewohnheit, in einer jeden folgenden
Session nur die Rubriken der vorhergehenden vorgetragenen Nummern zu referieren
und freilich dadurch alles zu beseitigen.
Der andere perpetuierliche Sekretär Arago macht jedoch gerade diesmal
eine unerwartete Ausnahme und trägt die von Cuvier eingelegte Protestation
umständlich vor. Dieser reprotestiert jedoch gegen solche Neuerungen,
welche großen Zeitaufwand nach sich ziehen müßten, indem er sich zugleich
über die Unvollständigkeit des eben vorgetragenen Resumés beklagt.
Geoffroy de Saint-Hilaire widerspricht; es werden die Beispiele anderer
Institute angeführt, wo dergleichen mit Nutzen geschehe.
Dem wird abermals widersprochen, und man hält es zuletzt für nötig, diese
Angelegenheit weiterer Überlegung anheimzugeben.
In einer Sitzung vom 11. Oktober liest Geoffroy einen Aufsatz über die
besonderen Formen des Hinterhaupts der Krokodile und des Teleosaurus;
hier wirft er nun Herrn Cuvier eine Versäumnis in Beobachtung dieser Teile
vor; der letztere steht auf, sehr wider seinen Willen, wie er versichert,
aber durch diese Vorwürfe genötigt, um solche nicht stillschweigend zuzugeben.
Uns ist dieses ein merkwürdiges Beispiel, welchen großen Schaden es bringe,
wenn der Streit um höhere Ansichten bei Einzelheiten zur Sprache kommt.
Bald darauf erfolgt eine Session, deren wir mit den eignen Worten des
Herrn Geoffroy hier gedenken wollen, wie er sich darüber in der «Gazette
Médicale» vom 23. Oktober vernehmen lässt.
«Gegenwärtige Zeitung und andere öffentliche Blätter hatten die Neuigkeit
verbreitet, jene zwischen Herrn Cuvier und mir entsponnene Streitigkeit
solle in der nächsten akademischen Sitzung wieder aufgenommen werden.
Man eilte herbei, um die Entwicklungen meines Gegners zu vernehmen, welche
er über das Felsbein der Krokodile vorläufig angekündigt hatte.
Der Saal war mehr als gewöhnlich angefüllt, und man glaubte unter den
Zuhörern nicht nur solche zu sehen, welche, von reinem Interesse beseelt,
aus den wissenschaftlichen Gärten herankommen; man hatte vielmehr Neugierige
zu bemerken und Äußerungen eines Atheniensischen Parterres von ganz abweichenden
Gesinnungen zu vernehmen.
Dieser Umstand, Herrn Cuvier mitgeteilt, bewog ihn, den Vortrag seines
Aufsatzes auf eine andere Sitzung zu verschieben.
Von seinem anfänglichen Vorhaben in Kenntnis gesetzt, hielt ich mich
zu antworten bereit, war es aber nun sehr zufrieden, diese Sache dergestalt
sich auflösen zu sehen. Denn einem wissenschaftlichen Wettkampfe zieh
ich vor, meine Folgerungen und Schlüsse bei der Akademie zu hinterlegen.
Meinen Aufsatz hatte ich niedergeschrieben, in der Absicht, wenn ich
aus dem Stegreife über die Angelegenheit gesprochen hätte, denselben zur
Aufbewahrung dem akademischen Archiv anzuvertrauen, mit der Bedingung:
ne varietur.»
Seit jenen Ereignissen ist nun schon ein Jahr vorüber, und man überzeugt
sich aus dem Gesagten, daß wir auf die Folge einer so bedeutenden wissenschaftlichen
Explosion, selbst nach der großen politischen, aufmerksam geblieben. Jetzt
aber, damit das Vorstehende nicht ganz veralten wollen wir nur so viel
erklären, daß wir glauben bemerkt zu haben, es werden die wissenschaftlichen
Untersuchungen in diesem Felde zeither bei unsern Nachbarn mit mehr Freiheit
und auf eine geistreichere Weise behandelt.
Von unsern deutschen Teilnehmenden haben wir folgende Namen erwähnt gefunden:
Bojanus, Carus, Kielmeyer, Meckel, Oken, Spix, Tiedemann. Darf man nun
voraussetzen, daß die Verdienste dieser Männer anerkannt und genutzt werden,
daß die genetische Denkweise, deren sich der Deutsche nun einmal nicht
entschlagen kann, mehr Kredit gewinne, so können wir uns gewiß von jener
Seite einer fortgesetzten teilnehmenden Mitarbeit erfreuen.

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