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Darstellung der Goetheanistischen Erkenntnismethode

Unter der goetheanistischen Erkenntnismethode verstehen wir den von Vorurteilen unbelastete Umgang mit Phänomenen der Welt. Dazu gehört, dass die sinnliche Wahrnehmung der qualitativen Eigenschaften der Phänomene geübt und geschärft wird.
Eine Schulung unserer Erkenntnisfähigkeit bedeutet neben der Sinnestätigkeit auch Klarheit und Wirklichkeitsnähe bei der Begriffsbildung.
Wirklichkeit bedeutet auch Erkennen von Zusammenhängen. Die Analyse einer Ganzheit führt zur Zersplitterung und muss wieder zur Synthese geführt werden. In der ausgebreiteten Vielheit müsen wir die lebendige Einheit sehen lernen. Goethe nennt dies das Urphänomen oder den Typus. Die Einzelphänomene sind immer Ausdruck des Ganzen. Dies kann als ganzheitliches Denken bezeichnet werden.
Durch Wahrnehmung und Begriffsbildung wird die Erkenntnis zum persönlichen Akt. Durch den objektiven Charakter des Denkens kann aber bei ernsthafter Arbeit die Suche nach den Zusammenhängen mehr und mehr objektiven Wert gewinnen. Denken im goetheanistischen Sinne muss lebendig werden, wenn es lebendige Phänomene erfassen will.

Goethe hat diesen Ansatz mit grossem Erfolg angewendet. Seine bahnbrechenden Erkenntnisse über die Blattnatur der Blütenorgane hat für die Botanik, die Entdeckung des Zwischenkieferknochens für die Evolution Wesentliches beigetragen.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
   
     
 

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