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SYMBOLIK

Durch Worte sprechen wir weder die Gegenstände noch uns selbst völlig aus.
Durch die Sprache entsteht gleichsam eine neue Welt, die aus Notwendigem und Zufälligem besteht.
Verba valent sicut nummi. Aber es ist ein Unterschied unter dem Gelde. Es gibt goldne, silberne, kupferne Münzen und auch Papiergeld. In den erstern ist mehr oder weniger Realität, in dem letzten nur Konvention.
Im gemeinen Leben kommen wir mit der Sprache notdürftig fort, weil wir nur oberflächliche Verhältnisse bezeichnen. Sobald von tiefern Verhältnissen die Rede ist, tritt sogleich eine andre Sprache ein, die poetische.
Indem wir von innern Verhältnissen der Natur sprechen wollen, bedürfen wir gar mancherlei Bezeichnungsweisen.
Ich erwähne hier viere derselben:

Symbole

1. die mit dem Gegenstand physisch-real-identisch sind, wie wir die magnetischen Erscheinungen erst ausgesprochen und dann als Terminologie bei den Verwandten gebraucht haben;
2. die mit dem Gegenstand ästhetisch-ideal-identisch sind. Hieher gehören alle guten Gleichnisse, wobei man sich nur vor dem Witz zu hüten hat, welcher nicht das Verwandte aufsucht, sondern das Unverwandte scheinbar annähert;
3. die einen Bezug ausdrücken, der nicht ganz notwendig, vielmehr einiger Willkür unterworfen ist, aber doch auf eine innere Verwandtschaft der Erscheinungen hindeutet. Ich möchte sie mnemonisch im höhern Sinne nennen, da die gemeine Mnemonik sich völlig willkürlicher Zeichen bedient;
4. die von der Mathematik hergenommen sind, und weil ihnen gleichfalls Anschauungen zum Grunde liegen, im höchsten Sinne identisch mit den Erscheinungen werden können.

Von den drei ersten Symbolen haben wir Beispiele in der Sprache.
1. Wenn zum Beispiel das Wort ein Tönendes ausdrückt, wie Knall.
2. Wenn durch den Ton eine übereinstimmende Empfindung ausgedrückt wird, wie es bei Flexionen vielmals der Fall ist: Knallen.
3. Wenn Worte, die sich aufeinander beziehen, gleichen Klang haben, wie mein, dein, sein, da sie auch zufällig einander nicht ähnlich sein könnten, wie ich und du; da hingegen moi und toi auf gedachte Weise verwandt ist.

Von der vierten Art, welche bloß auf Anschauungen ruht, kann in der Sprache nichts vorkommen.

 



   
     
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