Botanik
Die Evolution der Pflanzen von einzelligen Algen bis zu den
Samenpflanzen kann als Verwirklichung eines Lebewesens gesehen
werden, den wir vollkommen ausgebildet und reich variiert bei
den zweikeimblättrigen Pflanzen finden.
• Algen zeigen uns den Weg von der Einzelzelle
bis zur Zellkolonie oder zum einfachen Gewebe. Sie spielen mit
allen Varianten des Blatthaften, nicht zuletzt als erdüberdeckendes
Blatt des pflanzlichen Planktons in Seen und Meeren. Bei den
einzelligen Vertretern wird die ganze Algenzelle in den Geschlechtsvorgang
eingespannt. Sie ist wie eine permanente Geschlechtszelle.
• Pilze und Bakterien (Spaltpflanzen)
sind allesamt Stoffwechselspezialisten. Pilze wenden sich von
der Sonne ab, sie sind eine Art Gegenbild zur grünen Pflanze.
Sie neigen mit ihren chitinisierten Zellwänden eher zum
tierischen Bereich. Bakterien sind allgegenwärtig aber
unsichtbar. Überall nehmen sie an Stoffumwandlungen teil,
haben jedoch beinahe keine Formkraft.
• Moose spielen mit der Aufrichtekraft,
sie lösen sich erstmals aus dem Lagerpflanzendasein. Ihr
Leben ist aber immer noch stark amphibisch (vom Wasserorganismus
abhängig). Sie können daher nur in dichten Populationen
leben. Das grüne Moospflänzchen ist haploid.
• Farngewächse bilden als erste
echte Wurzeln. Sie sind die ersten Kormophyten („Wurzel-Stengel-Blatt-Pflanzen“).
Ihre Stengel sind aber unterirdisch (als Rhizom) zu finden und
wachsen horizontal. Farne spielen mit der Blattform. Schachtelhalme
variieren vielfältig das Stengelprinzip. Ökologisch
lösen sich die Farngewächse noch stärker vom
Feuchten (äusseres Wasser), sie können zuweilen auch
an sehr trockenen Standorten wachsen. Die Eizelle liegt aber
noch fast frei auf dem Prothallium (Nährboden für
den Embryo).
• Nacktsamige Pflanzen haben die Aufrichtekraft
gefunden und die Loslösung vom wässrigen Element erreicht.
Sie übertreiben ihre Autonomie gegenüber Wasser und
die Aufrichtekraft zunächst einmal. Befruchtungsgeschehen
passiert in einer Blüte auf der Pflanze, die Samen liegen
aber noch offen da.
• Bedecktsamige Pflanzen (Einkeimblättrige
und Zweikeimblättrige) nehmen das Befruchtungs¬geschehen
ganz in den geschlossenen Fruchtkörper hinein. Grosse Variationsmöglichkeiten
dieses Typus.
Grundlegende Begriffe
- Kryptogamen: Blütenlose Pflanzen, die sich meist über
Sporen vermehren (Sporenpflanzen): Algen, Moose, Farne, Schachtelhalme,
Bärlappe
- Thallophyten: Lagerpflanzen, welche keine Gliederung in Wurzel
und Spross aufweisen: Algen, niedere Moose (Gegensatz: Kormophyten:
Sprosspflanzen)
- Eukaryoten/Eukaryonten: Organismen mit echtem Zellkern (viele
Algen, Pilze, Farne, höhere Pflanzen)
- Prokaryoten/Prokaryonten: Organismen ohne Zellkern, Erbgut
liegt frei im Cytoplasma (Bakterien und „Blaualgen“,
Cyanobakterien).
Gegenüberstellung von Thallophyten und Kormophyten
Betrachtung von Blattflechten auf Baumrinde als einem Thallophyten.
Diese Pflanzen haben keinen Stengel, an dem Blätter frei
in den Raum hinausgestellt werden. Der „Organismus“
Flechte bildet blattartige, manchmal fädige oder stengelartige
Strukturen. Das Flechtengebilde ist locher, wir sprechen nicht
von einem Gewebe, sondern eher von einem lockeren Zellverband,
welcher etwas Gewebeartiges hat.
Flechten sind schwer zu bestimmen. Wie selten bei Blütenpflanzen,
sind wir auf Lupe, Mikroskop oder sogar Chemie angewiesen, um
die „Art“ zu bestimmen. Es ist, als können
diese Flechtenorganismen ihre Formkräfte noch nicht so
stark manifestieren, wie das einer Buche oder einem Löwenzahn
gelingt. Auch wenn gewisse Flechtenarten typische Merkmale zeigen,
haben sie doch selten eine vorbestimmte Form. Sie wachsen wuchernd,
alte Flechten sind einfach grösser als Junge. Wie selten
sonst passt sich der Flechtenorganismus an die räumlichen
Gegebenheiten an und schmiegt sich an Felsoberflächen als
Kruste oder an Rinden mit blattähnlichen Strukturen.
Ganz anders die Sprosspflanzen (Kormophyten). Ihre Gestalt
ist bereits durch den Stengel und die Blattform und -anordnung
am Stengel schon stark vorgegeben. Selten verwechseln wir ein
Buchenblatt mit einem Hagebuchenblatt, die Blattstellung der
Nelkengewächse (gegenständig) drücken eine ganz
andere Gebärde aus als Rosengewächse, denen eine wechselständige
Blattstellung eigen ist.
- Algen (Gitterkugel)
- Niedere Pilze (Penicillium)
Alpenpflanzen
Brennessel