Heilmethoden
- Phytotherapie
- Anthroposophische Medizin
- Homöopathie
- Neuraltherapie
- Traditionelle chinesische Medizin
Phytotherapie
Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde ist eine der ältesten
Heilmethoden überhaupt. Ihre Geschichte reicht bis in die
steinzeitliche Vergangenheit zurück. Eine alte, noch heute
lebendige Tradition hat die Phytotherapie in der chinesischen
und ayurvedischen Medizin. Im europäischen Raum geht sie
auf Hippokrates zurück, der bereits eine grosse Anzahl
von Heilpflanzen kannte und beschrieb. Weitere wichtige Namen
der Pflanzenheilkunde sind unter anderen Hildegard von Bingen
(um 1100), Paracelsus (1493-1541) und Samuel Hahnemann (1755-1843),
der Begründer der Homöopathie.
Phytopharmaka sind pflanzliche Heilmittel, deren Wirkstoffe
nicht chemisch-synthetisch hergestellt, sondern aus Pflanzen
gewonnen werden. Die Wirkstoffe befinden sich in Pflanzenextrakten,
die mit Hilfe eines Lösungsmittels (z.B. Alkohol) aus Pflanzen
gewonnen werden (Quelle: praxis-info.ch).
Die Pflanzenheilkunde kennt verschiedene Zubereitungsarten
der Heilmittel. Diese können innerlich oder äusserlich
angewendet werden.
- Tee, sowohl zum Trinken als auch zum Spülen und Gurgeln.
- Frischsäfte aus frischen Pflanzenteilen zum Einnehmen.
- Tinkturen. Dabei werden frische Pflanzen zum Beispiel mit
Alkohol übergossen und nach mehreren Tagen filtriert. Tinkturen
kann man zum Bepinseln von erkrankter Haut oder Schleimhaut
verwenden.
- Aufgüsse aus Kräutern zum Inhalieren des Dampfs.
- Umschläge und Wickel, die mit einem Pflanzenaufguss befeuchtet
werden.
- Fertigarzneimittel, zum Beispiel aus Trockenextrakten einer
Pflanze in Form einer Tablette.
Pflanzliche Heilmittel werden oft zur Unterstützung anderer
Therapieformen abgegeben. Deshalb werden sie sowohl von Ärzten,
Naturheilpraktikern und Therapeuten verschiedener Heilmethoden
empfohlen.
Anthroposophische Medizin
Die Anthroposophische Lehre wurde anfangs des 20. Jahrhunderts
von Dr. phil. Rudolf Steiner (1861-1925) begründet. Neben
der Medizin umfasst sie weitere Gebiete wie Kunst, Pädagogik,
biologischen Landbau, Ernährungslehre u.a.
Die Anthroposophische Medizin basiert nicht auf einem einzelnen
Verfahren, sondern auf einem Ganzheitssystem: Der Mensch besteht
nach dieser Ansicht aus dem physischen, dem ätherischen,
dem astralen und dem geistigen "Körper", die
sich gegenseitig beeinflussen. Der physische Leib bildet dabei
die Grundlage für die seelische und geistige Individualität
und Gesundheit. Zusätzlich unterscheidet Steiner zwischen
einem Kopfpol (Gehirn, Nerven, Sinnesorgane) und einem unteren
Pol, der das Stoffwechselgeschehen repräsentiert. Ein unausgewogenes
Verhältnis zwischen diesen "Körpern" und
Polen verursacht Störungen.
Über eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte versucht
die Anthroposophische Medizin, verlorenes gesundheitliches Gleichgewicht
wiederherzustellen. In der Diagnostik befragt der anthroposophisch
geschulte Arzt den Patienten insbesondere nach seiner Lebensweise
(Ernährung, Schlaf- und Lebensrhythmus etc.).
In der Therapie wendet die Anthroposophische Medizin homöopathische
und phytotherapeutische Heilmittel an, die nach speziellen Riten
hergestellt werden. Wichtig ist dabei beispielsweise das Beachten
der Tag- und Nachtrhythmen sowie der Mondphasen. Kunst-, Musik-,
Gesprächstherapie, Massagen, Heilbäder u.a. ergänzen
die Behandlung.
Eine besonders bekannte Anwendung aus dem Bereich der Anthroposophischen
Medizin ist die Misteltherapie zur Krebsbehandlung. Sie wird
an der Aeskulap-Klinik stets in gezielter Kombination mit weiteren
Verfahren eingesetzt. (Quelle: aeskulap.com)
Homöopathie
Die klassische Homöopathie ist eine eigenständige
Heilmethode, die vor ca. 200 Jahren von Dr. Samuel Hahnemann
in Deutschland begründet und etabliert wurde. Mit dieser
Heilmethode werden die Selbstheilungskräfte des Organismus
aktiviert. Wenn unsere Lebenskraft aus dem Gleichgewicht geraten
ist, benötigen wir Hilfe, um unsere Möglichkeiten
zur Selbstheilung voll entfalten zu können. Diese Hilfe
bietet die Homöopathie - sanft, schnell und dauerhaft.
In der klassischen Homöopathie wird jeder Patient in seiner
Ganzheit (Körper, Seele und Geist) als eine individuelle
Persönlichkeit betrachtet. Die genaue Beobachtung der individuellen
Symptome des Patienten ist eine wichtige Voraussetzung für
die homöopathische Behandlung. Für die Homöopathin
ist die Art und Weise, wie der betreffende Patient seine Krankheit
zum Ausdruck bringt, sehr wichtig. Zwei Patienten, welche an
ein und derselben Krankheit leiden, können deshalb unterschiedliche
Verschreibungen erhalten, da sich beim einen der Zustand an
der Wärme (im Haus) bessert, während sich er andere
an der Kälte (im Freien) wohler fühlt. (Quelle: vfkh.ch)
Neuraltherapie
Neuraltherapie (NT) ist eine Behandlungsmethode welche die
vernetzten Eigenschaften des vegetativen Nervensystems nutzt.
Durch eine korrekte Einspritzung von Procain in kleinen Mengen
an einer bestimmten Stelle am Nervensystem wird die Selbstregulierung
(Autoregulation) stimuliert, so dass die Selbstheilung des Körpers
einsetzen kann.
Eine Voraussetzung für die NT bilden Kenntnisse des Nervensystems
und dessen Funktionsweise (Neuroanatomie und Neurophysiologie).
Das Vegetative Nervensystem spielt dabei eine zentrale Rolle.
Es endet in einem feinen Netzwerk im Grundsystem. Das Grundsystem
ist ebenfallls ein feines Netzwerk, welches jede Zelle umschließt
und im ganzen Körper vorhanden ist. Das vegetative Nervensystem
leitet über das Grundsystem Informations- und Regulationsvorgänge.
Dies ist nötig, damit unser Körper sich rasch an verschiedenste
Reize (Ernährung, Anstrengung, Temperaturänderung,
Abwehr z.B. gegen Bakterien und Viren etc.) anpassen kann. Bei
einer Erkrankung des Organismus liegt immer eine Störung
der Informations- und Regulationsverarbeitung vor.
Die individuell verschiedenen Reaktionen des Körpers
auf die neuraltherapeutische Anwendung geben auch wichtige diagnostische
Hinweise über den Gesamtorganismus: Der Körper reagiert
gelegentlich mit einer Verschlechterung, oft jedoch mit Besserung
oder Abheilung der aktuellen Beschwerden. Vereinzelt treten
vorübergehende neue Beschwerden an einer anderen Körperstelle
auf. Diese entsprechen typischerweise früheren Erkrankungen
z.B. Nebenhöhlenentzündung oder Narben durch Verletzungen
und Operationen, welche nicht vollständig ausgeheilt sind
und in der NT Störfelder genannt werden. (Quelle: santh.ch)
Traditionelle chinesische Medizin
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist ein umfassendes
Medizinsystem, das im Laufe der letzten 2500 Jahre in China
entstanden ist. Entgegen dem somatischen (auf Krankheitsbilder
bezogenen) und mikroskopischen (detailbetrachtenden) Ansatz
der westlichen Medizin stellt die TCM eine funktionelle und
ganzheitliche Medizin dar.
In der TCM hängt die Gesundheit jedes Menschen von einem
Gleichgewicht zwischen den gegensätzlichen Kräften
Yin und Yang ab. Solange Yin und Yang im Gleichgewicht bleiben,
sind Körper und Geist gesund. Wird eine der Kräfte
jedoch übermässig stark oder zu schwach, führt
das zu einem Ungleichgewicht und zu Krankheit.
Das Zusammenwirken von Yin und Yang, von kalt und warm, von
passiv und aktiv lässt eine Art Lebensenergie, bekannt
als Qi (Aussprache: tschii), entstehen. Qi fliesst auf klar
erkennbaren Bahnen, den Meridianen oder Leitbahnen, und verbindet
die Regionen und Teile des Körpers miteinander.
Genau wie Yin und Yang muss auch Qi in Harmonie sein: Solange
Qi in genügender Menge im ganzen Körper ungehindert
fliessen kann, ist der Mensch physisch und psychisch gesund.
Krankheiten werden hervorgerufen durch gestörte Qi- Flüsse.
Darum liegt das Hauptziel der Behandlung immer im Ausgleich
von Yin und Yang sowie in der Gewährleistung einer freien
Qi-Zirkulation.
Es gibt in der Traditionellen Chinesischen Medizin fünf
Methoden oder Fachrichtungen:
Akupunktur: > Energie lenken
Arzneimittel: > das Geheimnis der Mischung
Diätetik: > auch Qi geht durch den Magen
Tuina: > handfeste Hilfe
Qi Gong: > Gesund-Haltung
(Quelle: sbo-tcm.ch)